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Beim Radtourismus fährt Niederösterreich im gelb-blauen Trikot an der Spitze.

Radfahren ist „In“, vor allem als Freizeit-beschäftigung. Die Zahl der Menschen, die Radfahren als Motiv für einen Ausflug oder Urlaub angeben, wächst seit Jahren stetig. Betrachtet man etwa den deutschen Markt, so unternahmen allein im Jahr 2004 2,45 Mio. (= +9% zu 2003) Deutsche einen Radurlaub (F.U.R.). Auch eine 2003 durchgeführte GfK-Imagestudie zeigt: 18% der Befragten assoziieren Urlaub in Niederösterreich spontan mit dem Thema Radfahren. Die durchschnittlichen Tagesausgaben lagen 2002 für Ausflugsgäste bei € 13,- sowie bei Nächtigungs-gästen bei € 47,- (Gästebefragung Radfahrer NÖ, 2002).
Niederösterreich bietet in weiten Teilen seines Landes günstige Voraussetzungen für den Radtourismus: Gute topographische Gegebenheiten, schöne Landschaften, Sehenswürdigkeiten und ein Markt „vor der Haustür“. In den letzten Jahren wurden nicht zuletzt aus diesen Gründen in Niederösterreich mehr als 3.300 Kilometer neue Radwege gebaut oder bestehende Wege zu Radrouten verbunden.

Radweg ist nicht gleich Radweg
Wenn man von einer touristischen Hauptradroute spricht, geht man von anderen Voraussetzungen aus als bei einem Radweg des Bedarfs- bzw. Alltagsverkehrs. Unterschiede gibt es etwa im Motiv, der Wegeführung oder der infrastrukturellen Ausbauqualität. Die wesentlichsten Unterschiede hier zusammengefasst:
  freizeit-touristische Radroute Alltags- (Bedarfs-)radweg
Hauptmotiv freizeitwirtschaft-liche Motivation (Attraktoren wie Flüsse, Sehens-würdigkeiten..; Ausflug; Relaxen; Urlaub; Familienaktivität; etc.)
Distanzüber-windung / Mobilität
(Fahrt in die Schule, Einkaufen,...)
Wege-führung Attraktive Route, verkehrs(Auto)frei, (klein-) gruppentauglich, familien-freundlich Direkteste Wege-führung, Ein-/Anbindung von touristischen Be-trieben unwichtig, eher Einzelradler, Anbindung an Alltagsfrequenz-punkten (Schu-len, ÖV..) sowie Verkehrssicherheit im Vordergrund
Informations-tiefe Hoch, durch-gängige Top Beschilderung (Wegweisung und touristische Hinweistafeln)
gering, da Ortskenntnis vorhanden
infra-strukturelle Ausbau-qualität Eigene Radweg-trasse, möglichst verkehrs(Auto)arm, asphaltiert, gut gewartet, Rastplätze, ge-ringe Steigungen
Oft Mehrzweck-streifen wegen Platzmangel
=> Der Weg ist das Ziel Der Weg ist die Strecke zum Ziel
Ein Radweg ist noch kein touristisches Angebot
So schön es ist, durch reizvolle Landschaften zu radeln, damit eine Radtour zu einem stimmigen Gesamterlebnis wird, braucht es auch andere Komponenten als nur den Weg selbst. Folgende Grundvoraussetzungen zeichnen touristische Hauptradrouten für die Zielgruppe der „Genussradler“ aus:
• Schönes Landschaftsbild und geeignete
  Topographie
• optimale Infrastruktur (Bodenbeschaffenheit,
  Beschilderung, Wartungssystem, Rastplätze,
  Abstell/Garagierungsanlagen...)
• Routenführung aus Nachfragersicht (Direktheit,
  Komfort, Sicherheit)
• Funktionierende Dienstleistungskette:
  radfreundliche Gastronomie- und
  Beherbergungsbetriebe, professionelle Info- und
  Servicestellen (Reparatur und Verleihs etc.),
  organisierte Transfers, Anbindung an öffentliche
  Verkehrsmittel mit Radmitnahmemöglichkeiten und
  Rastplätze, An- und Abreiseinformationen etc…
• zielgruppengerechtes Marketing sowie
  Öffentlichkeitsarbeit

Im Hintergrund arbeiten die beteiligten (Landes-)stellen (Abteilungen Tourismus, Landesstrassen-bau, NÖ Werbung, Raumordnung, Gemeinden etc.) organisationsübergreifend an der Schaffung der geeigneten Rahmenbedingungen (Planungen, bauliche Umsetzung, Wartungsfragen, etc.).
Neben diesen Grundvoraussetzungen jedoch muss sich ein Radweg - so wie andere touristische Produkte auch - von Mitbewerbern deutlich abgrenzen, damit auch tatsächlich neue Gäste gewonnen werden können. Hierzu bedarf es einer Weiterentwicklung zu einem „touristischen Produkt“, welches in der Lage ist, die Bedürfnisse der relevanten Kundengruppen (zB. Familien-, Genuss- oder sportlicher Radfahrer ..) zu befriedigen.