„Haus der Digitalisierung“ nimmt Fahrt auf
11.05.2018

„Haus der Digitalisierung“ nimmt Fahrt auf

In der Digitalisierungsstrategie des Landes Niederösterreich sind konkrete Maßnahmen definiert, um Land und Leute fit für die Digitalisierung zu machen. Ein zentrales Projekt ist das „Haus der Digitalisierung“, das in mehreren Etappen umgesetzt wird. Gestern präsentierte Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav gemeinsam mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl im Rahmen einer hochkarätigen Fachveranstaltung an der FH St. Pölten die „erste Ausbaustufe“: „Das Haus der Digitalisierung ist in einem ersten Schritt als niederösterreichisches Ökosystem aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung konzipiert. Wir wollen den Unternehmen den Zugang zu wissenschaftlichen Einrichtungen erleichtern, gemeinsam Forschung betreiben, Leit- und Demonstrationsprojekte umsetzen und disziplinübergreifendes Arbeiten über Instituts- und Sektorengrenzen hinweg forcieren.“

 

Niederösterreichweites Kompetenz-Netzwerk

In Niederösterreich gibt es bereits hervorragend etablierte Zentren im Bereich der Digitalisierung. „Im ‚Haus der Digitalisierung‘ fungieren diese Zentren und Initiativen als digitale Knotenpunkte, die mit einem intelligenten digitalen Netzwerk sowohl untereinander als auch mit anderen in- und ausländischen Netzwerken eng verknüpft sind. Damit entsteht ein niederösterreichweites Kompetenz-Netzwerk, das das Digitalisierungs-Know-how in unserem Land allen niederösterreichischen Unternehmen und Start-ups zugänglich macht. Damit wollen wir sie beim digitalen Wandel unterstützen“, so Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav.

 

"Digitalisierung zum Anfassen"

Diese ganze Bandbreite an Unterstützungsangeboten ist aber nur im Netzwerk möglich – in einer breiten Zusammenarbeit aller in Niederösterreich relevanter Institutionen und Einrichtungen. Einer der wichtigsten Partner ist die WKNÖ. Präsidentin Sonja Zwazl: „Viele niederösterreichische Betriebe haben die Chancen der Digitalisierung bereits für sich entdeckt, aber im Alltagsgeschäft ist oft wenig Zeit, immer am aktuellsten Stand zu sein. Diese Vernetzung ist daher eine ganz wesentliche Erleichterung. Daher bringen wir uns auch aktiv ein und sind mit unseren Organisationen Bestandteil des digitalen Knotenpunktes St. Pölten.“

Im Rahmen des Events wurden aber nicht nur die Knotenpunkte in St. Pölten, Krems, Wieselburg, Wiener Neustadt und Klosterneuburg im Detail vorgestellt. Experten gaben auch Einblicke aus der Praxis zu den Schwerpunkten virtual reality, augmented reality und IT Security und als weiteres Highlight erlebten die Gäste an 19 Stationen „Digitalisierung zum Anfassen“. Dabei spannte sich der Bogen von einer Augmented Reality Sightseeing App oder einer Schuhsohle, die das Gehen hörbar macht, über Anwendungen in der Baubranche, bis hin zu digitaler Forensik im Arbeitsspeicher oder der Möglichkeit, mittels App persönlich ein Satelliten-Triebwerk zu montieren.

 

Digitalisierung betrifft alle Unternehmensbereiche

„Die heutige Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, dass Digitalisierung alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft betrifft. Daher ist es besonders wichtig, dass die heimischen Betriebe mit dem ‚Haus der Digitalisierung‘ und den hochspezialisierten Knotenpunkten ab sofort ein noch breiteres Unterstützungs- und Informationsangebot zur Verfügung haben“, zeigt sich Helmut Miernicki überzeugt, Geschäftsführer der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus, die mit der operativen Umsetzung dieses Leuchtturmprojekts betraut wurde. Dabei werden sämtliche Maßnahmen und Umsetzungsschritte in enger Abstimmung mit der Geschäftsstelle für Digitalisierung erfolgen.

Das „Haus der Digitalisierung“ wird sich in den kommenden Jahren von einem internationalen Kompetenz-Zentrum über ein virtuelles Haus hin zu einem physischen „Haus der Digitalisierung“ entwickeln, das in Tulln entstehen wird. Für den nächsten Schritt – das virtuelle Haus der Digitalisierung – wurde ein Open Innovation Crowdsourcing-Prozess gestartet, um die zukünftigen Nutzer möglichst eng in die Entwicklung einzubinden.

Überblick über aktuelle Projekte

Qualifizierungsprojekt: Sec4dig

Laufzeit: Juni 2018 – September 2020

Das Projekt „IT Sicherheit für die Digitalisierung“ ist eine Kursreihe zum Thema Informationssicherheit. Es ist ein Baustein im Haus der Digitalisierung – dem niederösterreichischen Ökosystem für digitale Transformation. Die einzelnen Kurse werden von der FH St. Pölten, vom Department Informatik und Security durchgeführt, wobei zwei Kurse durch die FH Wr. Neustadt übernommen werden.
Das Projekt besteht aus drei Phasen:

  1. 2-tägiges Start-Modul
  2. 13 Wahlmodule
  3. Projektphase

Das Startmodul dient der Einleitung in das Gesamtprojekt, um einen Überblick über die Grundlagen der IT Sicherheit und die weiteren Phasen (2 und 3) zu geben. In der Projektphase sollen firmenübergreifende Projekte aus dem Bereich IT Sicherheit für die Digitalisierung abgewickelt werden. Diese werden während des folgenden Jahres (2019/2020) mit Unterstützung durch die Dozenten der Kurse durchgeführt. Durch die Projektphase sollen die gelernten Inhalte möglichst direkt in den firmenspezifischen Kontext transferiert werden und damit die Nachhaltigkeit der Schulungsmaßnahmen gewährleistet werden.

Qualifizierungsprojekt: FoP-Net

Laufzeit: September 2017 – Juni 2019

Die Digitalisierung der Produktion stellt Unternehmen vor eine Vielzahl an Herausforderungen, besonders auch im Hinblick auf sich ändernde Kompetenzanforderungen bei Mitarbeitern. Die Zukunftsakademie Mostviertel setzt dazu ein seitens des Landes NÖ zu 100% gefördertes, umfassendes Qualifizierungsprojekt um. Das Projekt „FoP-Net | Future of Production“ ist ein, insbesondere auch auf den KMU-Bedarf ausgerichtetes, zweijähriges Programm zur Weiterbildung von Beschäftigten in produzierenden und produktionsnahen Bereichen zum Thema Wirtschaft 4.0. Das FoP-Net Qualifizierungsprogramm umfasst mehr als 56 Seminare zu acht Themenschwerpunkten. Eine Kombination aus Fachseminaren, anwendungsorientierten Workshops und gemeinsamer Arbeit an konkreten Projekten und Anwendungsbeispielen stellt den effizienten Wissenstransfer in die Unternehmenspraxis sicher.

Der Baustein aus dem Haus der Digitalisierung ist zu 100% gefördert aus Mitteln des Landes NÖ.

Das Programm wurde von der Zukunftsakademie Mostviertel gemeinsam mit Unternehmen und Experten der FH St. Pölten entwickelt und wird aktuell mit Unterstützung von Wirtschaftskammer Niederösterreich, Industriellenvereinigung NÖ, WIFI NÖ und den Cluster- und Technopolpartnern des Landes Niederösterreich umgesetzt. Eine Förderung des Landes NÖ ermöglicht eine kostenlose Teilnahme an den Seminaren, zahlbar ist lediglich eine Pauschale von EUR 35.-/Tag für Seminarunterlagen und Pausenverpflegung.