Menschen konterkarieren die Energieeffizienz von Gebäuden durch ihr Verhalten

Nachhaltige Gebäude: Es geht auch um Komfort!

Durch ihr Verhalten konterkarieren Menschen die Energieeffizienz von Gebäuden. Das verursacht Mehrkosten und vergeudet Ressourcen. Forscher der FH Campus Wien arbeiten an einer Gegenstrategie.
Gebäude verursachen weltweit rund 40 Prozent der Primärenergie – Tendenz steigend. Energieeffizienz ist ein wesentliches Kriterium für die ökologische Qualität von Gebäuden. Aber Energieeffizienz dank moderner Gebäudetechnik reicht alleine nicht aus, wenn der Mensch die Technik durch fehlerhafte Nutzung „sabotiert“. Christian Hölzl und Edmund Spitzenberger vom Department Bauen und Gestalten der FH Campus Wien arbeiten an einem Modell zur Vorhersage des NutzerInnen-Verhaltens in Gebäuden. Ziel ist, Kosten einzusparen und die Leistungsfähigkeit von Gebäudetechniksystemen den Bedürfnissen der NutzerInnen effizient anzupassen.

Menschliche Verhaltensmuster

„Es gibt ohne Zweifel sehr gute, ausgeklügelte und effiziente Gebäudetechniksysteme. Offensichtlich stehen sie aber im Widerspruch zu den Verhaltensmustern, die NutzerInnen an den Tag legen. Denken wir nur beispielsweise an die geöffneten Fenster, während die Klimaanlage läuft“, erklärt Christian Hölzl. Die Idee der beiden Forscher ist, die Verhaltensmuster von NutzerInnen anhand von Modellen bereits vorab zu untersuchen und entsprechend in die Gebäudeplanung einfließen zu lassen. Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen ist die Raumluftqualität in Räumen für eine größere Zahl von Personen. Konkret wird aktuell das Verhalten von Studierenden und Lehrenden der FH Campus Wien in einem ca. 80 m2 großen Lehrsaal untersucht.

Gemessen und simuliert

Anhand von Beobachtungen und Messungen im Lehrsaal wird ein agentenbasiertes Modell entwickelt: Jede Person im Seminarraum ist ein Agent, dessen Verhalten einzeln betrachtet und analysiert wird. Zudem werden auch heterogenes Verhalten und Abhängigkeiten von oder Kommunikation mit anderen Personen abgebildet. Das Raumklima wird anhand von Parametern wie Luftqualität, Luftaustausch etc. möglichst exakt gemessen. Auf Basis dieses Modells erfolgen dann die Simulationen. Es werden die Zusammenhänge zwischen Raumklima und dem Verhalten der Agenten untersucht und die Simulation mit den Messungen verglichen.
Hölzl und Spitzenberger sind mit den Ergebnissen ihrer bisherigen Arbeit zufrieden: „Die Simulationen stimmen in hohem Maß mit unseren Messungen überein.“ In einem nächsten Schritt wollen die Forscher daher Vorhersagen zum NutzerInnen-Verhalten in drei unterschiedlichen Raumszenarien entwickeln und analysieren.


Weitere Informationen:
Mag. Petra Undesser
FH Campus Wien
+43 1 606 68 77-6404
www.fh-campuswien.ac.at