20.02.2018

2. BIM-Stammtisch gab neue Ein- und Ausblicke

„Durch den Import von bestehenden digitalen Gebäudemodellen mittels BIM können wir uns viel Arbeit ersparen!“ © Josef Spitzer, Alfred TREPKA GmbH
„Die Planer interessiert nicht ein einzelner Ziegel oder eine Putzschicht, sondern ein ganzer Bauteil mit all seinen Eigenschaften. Die logische Konsequenz ist ein BIM-Objekt aus Ziegelmauerwerk, Putz und Wärmedämmverbundsystem, das für den Planer im Gebäudemodell einfach einsetzbar ist.“ © Erich Reindl, Wopfinger Baustoffindustrie GmbH

Unternehmen aus dem Clusternetzwerk konnten im Rahmen des 2. BIM-Stammtisches des ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich am 15.02.2018 ihre Erfahrungen austauschen. Die 70 TeilnehmerInnen kamen aus unterschiedlichen Branchen des niederösterreichischen Baugewerbes: planende, produzierende, ausführende Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Interessensvertretungen. BIM wurde aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet: aus der Sicht des öffentlichen Auftraggebers, des Normenwesens, des Technologie-Status Quo sowie aus den gemachten Erfahrungen von Unternehmen aus dem kooperativen BIM-Implementierungsprojekt „BIM@Hersteller und Planer“, welches vom Cluster initiiert und umgesetzt wurde.

Aktuelle Entwicklungen international und in Niederösterreich

Die beiden BIM-Experten Christoph Degendorfer, SIDE GmbH, sowie Hanspeter Schachinger, BIMCOS e.U., berichteten über den aktuellen Stand der Technik und die Umsetzungspläne national und international (EU Empfehlung zur Einführung von BIM bis 2020). Ziel ist es, die Vorteile von BIM baldmöglichst nutzen zu können: Qualitätsverbesserungen und Bauzeitverkürzungen durch automatisierte Kosten- und Mengenermittlungen, Kollisions- und Plausibilitätsprüfungen, bessere Montageplanungen etc. Die Experten gaben zudem einen technischen Ausblick in zukünftige Entwicklungen, etwa die Nutzung von Augmented- und Virtual Reality im Bauwesen.

Der Leiter der Abteilung Landeshochbau beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Josef Bichler, berichtete von den Aktivitäten des Landes Niederösterreich zum Thema und vom BIM-Pilotprojekt „Generationencampus Korneuburg“. Das Land Niederösterreich sieht mit der Technologie beste Möglichkeiten der Ressourceneffizienz-Steigerung, Ausführungskontrolle und im Facility-Management. Ziel der Abteilung Landeshochbau ist es, BIM-fit zu werden und somit die Vorteile der Technologie aus Sicht eines Bauherren und Betreibers optimal nutzen zu können.

Drei Themen-Stammtische mit jeweils einem BIM-Experten sorgten für informellen Austausch, Vernetzung und Kennenlernen aller TeilnehmerInnen.

Kooperationsprojekt „BIM@Hersteller und Planer“

Martin Huber, Projektmanager im Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich, stellte das erfolgreich abgeschlossene kooperative BIM-Implementierungsprojekt „BIM@Hersteller und Planer“ vor. 14 Unternehmen verschiedener Gewerke der Baubranche widmeten sich darin gemeinsam der Einführung von BIM-Methoden mittels learning-by-doing und Erfahrungsaustausch. BIM-Experten begleiteten sie dabei. Vertreter der Projektpartner Wopfinger Baustoffindustrie GmbH, Wienerberger Ziegelindustrie GmbH sowie Alfred TREPKA GmbH berichteten beim Stammtisch über die Erfahrungen aus dem Projekt.

Die neuesten Entwicklungen beim Ö-Norm Merkmalsserver und im Bereich nationaler und internationaler Normung war Thema des Vortrags von Otto Handle, inndata Datentechnik GmbH. Sein dringender Apell an alle Anwesenden: BIM wird nur dann reibungslos gewerkeübergreifend funktionieren, wenn sich alle Beteiligten auf eine gleiche Sprache (= Datenformate) einigen. „Hilfreich im Planungsprozess ist es, die Kompetenz der Bauteil-/Baustoffproduzenten mit geeigneten BIM-Objekten für Planende zugänglich zu machen.“

BIM-Folgeprojekt geplant – werden auch Sie BIM-ready!

Der Cluster ist gerade dabei ein weiteres Kooperationsprojekt mit und für Unternehmen zur Implementierung von BIM aufzusetzen. Die konkreten Projektinhalte werden im Rahmen eines Projektkonzeptworkshops am 4. April 2018 vorgestellt. Interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen!


Weitere Informationen:
Martin Huber
Projektmanager Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich
+43 2742 9000-19665