30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs – eine Initialzündung für Niederösterreichs Wirtschaft
31.10.2019

30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs – eine Initialzündung für Niederösterreichs Wirtschaft

Im Juni 1989 durchtrennten die damaligen Außenminister Alois Mock und Gyula Horn symbolisch den Stacheldrahtzaum zwischen Österreich und Ungarn. Damit war das Ende der Trennung Europas eingeläutet. Heute analysierten im Palais Niederösterreich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, EU-Kommissar Johannes Hahn, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki gemeinsam mit Unternehmerinnen und Unternehmern, was dieses historische Ereignis für die heimische Wirtschaft bedeutet hat und noch immer bewirkt. „Zu Zeiten des Ostblocks war in unseren Grenzregionen Endstation, die Grenzen waren dicht und die Zukunftsaussichten für die regionalen Betriebe nicht sehr hoffnungsvoll. Das hat sich durch den Fall des Eisernen Vorhangs mit einem Schlag geändert. Der Fall des Eisernen Vorhangs war eine Initialzündung für die heimische Wirtschaft, die bis heute nachwirkt“, waren sich die Verantwortlichen einig.

„Das nördliche Niederösterreich bildete mit seinen östlichen Nachbarregionen über Jahrhunderte einen gemeinsamen Lebensraum. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs konnten diese Regionen und ihre Menschen nach Jahrzehnten der erzwungenen Trennung endlich wieder zusammenwachsen. Das war im wahrsten Sinn des Wortes eine Jahrhundertchance und rückblickend kann man sagen, dass wir sie hervorragend genutzt haben. Niederösterreich zählt heute zu den Top-Regionen in puncto Wirtschaft, Technologie, Tourismus und Lebensqualität“, erläuterte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung.

 

Grundstein für Wiedervereinigung Europas und Basis für wirtschaftlichen Wohlstand

„Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde nicht nur der Grundstein für die Wiedervereinigung des Europäischen Kontinents gelegt, sondern auch die Basis für wirtschaftlichen Wohlstand und ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Frieden für die Menschen in der Region. Es ist unsere Verpflichtung, alles daran zu setzen, dass der Weg, der vor 30 Jahren begonnen hat, erfolgreich weitergegangen wird“, so Johannes Hahn, EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen.

Vor allem die niederösterreichische Exportwirtschaft hat schnell auf die neuen Möglichkeiten reagiert und neue Zielgruppen in den Nachbarländern gewinnen können. Das Jahr 2018 war mit einem Exportvolumen von 23,1 Milliarden Euro besonders erfolgreich. Das Export-Wachstum im Vergleich zu 2017 um 6,1 Prozent gestiegen. Ein Hauptgrund für dieses starke Ergebnis liegt in den steigenden Exportzahlen in Richtung Osteuropa. „Man kann hier durchaus von einer Renaissance der osteuropäischen Märkte sprechen. So legte Ungarn als drittwichtigster heimischer Exportmarkt um 13,5 Prozent zu. Tschechien und Ungarn haben Italien im Ranking der Top-Exportmärkte bereits überholt und liegen nach Deutschland auf den Plätzen zwei und drei. Dass wir die Unternehmen im Rahmen von ecoplus International seit vielen Jahren beim Schritt in die neuen Märkte mit einer Vielzahl an Serviceleistungen aktiv unterstützen, macht sich mehr als bezahlt“, zog Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav eine durchwegs positive Bilanz. 

 

Unglaubliche Entwicklung der Grenzregion

Über die Auswirkungen des Falls des Eisernen Vorhangs aus unternehmerischer Sicht diskutierten im Rahmen der Jubiläumsgala Reinhard Wolf, Generaldirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Karin Weißenböck,  Geschäftsführerin des Moorheilbad Harbach und Lisa Dyk, von der Ersten Raabser Walzmühle.

Was für die Unternehmerinnen und Unternehmer in den Regionen prägend war, ist für viele junge Menschen heute oft nur noch ein Punkt in den Geschichtsbüchern. Auch die Journalistin und Bloggerin Carina Rambauske hat keine eigenen Erinnerungen an diese Zeit. Sie war im Auftrag von ecoplus seit September in den Grenzregionen unterwegs, hat Betriebe besucht, mit Menschen über die Ereignisse von damals gesprochen und damit ein sehr persönliches Bild jener Zeit entstehen lassen, das auch die unglaubliche Entwicklung der Grenzregionen zeigt.

Wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat die ecoplus Regionalförderung. Ziel des Programms war und ist es, die Entwicklung der Regionen entsprechend ihrer regionalen Eigenheiten mit Hilfe von Impulsprojekten, die aus den Regionen kommen, zu fördern. Voraussetzung ist, dass diese Projekte innovativ und qualitätsvoll sind, einen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten, regionale Ressourcen nutzen und nachhaltige Arbeitsplätze und damit Einkommen und Lebensqualität für die Menschen in den Regionen schaffen.

 

Erfolgreiche Entwicklung der Regionen

Dabei ist ein großer Teil der geförderten Projekte – nämlich insgesamt 41 Prozent – im Wald- und im Weinviertel angesiedelt. Ein besonders symbolträchtiges Projekt ist der Radweg entlang des Eisernen Vorhangs, der auf über 10.400 km durch Europa verläuft. 200 km davon liegen in Niederösterreich. Aktuell wird daran gearbeitet, eine großteils neue Trasse auf beziehungsweise neben dem Marchdamm an den Marchauen zu errichten.

Seit dem Jahr 1999 setzt ecoplus im Rahmen der Regionalförderung das Fitnessprogramm NÖ um. Ursprüngliches Ziel dieses Programms war die Vorbereitung der niederösterreichischen Grenzregionen im Wald- und Weinviertel auf die „Osterweiterung“ der EU. Da sich das Programm aber hervorragend bewährt hat, wurde die Laufzeit vorerst bis 2020 verlängert.

Sowohl ecoplus International als auch die Regionalförderung oder das Fitnessprogramm NÖ sind unter anderem Aufgabengebiete von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich. „Es freut uns sehr, dass wir auf so vielen Ebenen zur erfolgreichen Entwicklung der niederösterreichischen Wirtschaft und unserer Regionen beitragen können“, so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

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