Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: DI Walter Laimer, Messer Austria GmbH
12.06.2017

Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: DI Walter Laimer, Messer Austria GmbH

„Die tägliche Herausforderung im Team die optimalen Lösungen für die Anforderungen unserer Kunden zu finden ist sehr spannend und abwechslungsreich. Ständige Innovation, perfektes Service und die Zufriedenheit unserer Kunden stehen immer im Vordergrund meiner Tätigkeiten.“, so DI Walter Laimer, Technology Manager Food bei der Messer Austria GmbH.

  • Welchen Tätigkeitsbereich bei Messer Gase haben Sie inne?
    Meine Tätigkeit umfasst Forschung und Entwicklung im Bereich der Anwendung technischer Gase für Prozesse in Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Diese Applikationen reichen von der Entwicklung innovativer Schutzgasmischungen für Lebensmittelverpackungen über individuelle kryogene Frostprozesse sowie die Einhaltung der Kühlkette empfindlicher Lebensmittel bis hin zu Stabilisierung von Bakterienkulturen mittels flüssigem Stickstoff in Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
    Darüber hinaus bin ich auch für die Unterstützung meiner Kollegen Zentral- und Osteuropa bei der Neukundenakquise, Beratung, Versuche beim Kunden bis zur Installation und Inbetriebnahme von gasspezifischem Produktionsequipment verantwortlich. Auch fachspezifische Trainings von Messer-Mitarbeitern und/oder Kunden im In- und Ausland zählen zu meinem Aufgabenbereich.

  • Welche Voraussetzungen muss man für diesen Beruf mitbringen, welche Interessensgebiete sollte man haben?
    Eine Ausbildung als Lebensmitteltechnologe oder Biologe/Chemiker sind Grundvoraussetzung. Vor allem aber zählt langjährige Erfahrung in diesem Nischenbereich der Lebensmitteltechnologie.
    Weitere Voraussetzungen sind sicherlich hohe Flexibilität, Geduld und Beharrlichkeit, logisches Denken, gutes Erkennen der Problematik des Kunden, aber auch Kreativität sowie Offenheit für Neues.
    Ein gehobenes Interesse für naturwissenschaftliche Belange ist natürlich auch nicht von Nachteil.

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
    Meine Arbeitstage ähneln sich sehr selten, kein Tag gleicht dem anderen. Ob Berechnungen für Prozesse bzw. Auslegungen für Equipment, praktische Versuche im Technikum oder beim Kunden, gemeinsames Brainstorming mit Kollegen, Beratungsgespräche beim Kunden im In- und Ausland – das erfordert oft sehr hohe Flexibilität sowie eine hohe Bereitschaft zu Dienstreisen.
    Und für die herkömmliche Büroarbeit muss natürlich auch noch Zeit zur Verfügung stehen.

  • Nach welchem Qualitätsmanagementsystem sind Sie zertifiziert? Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen Zertifizierungen gemacht?
    Messer Austria ist nach ISO 9001 und ISO 14001, in Umweltbelangen nach EMAS zertifiziert.  Betreffend Lebensmittelsicherheit orientieren wir uns nach ISO 22000 und FSSC 22000. Nach einer natürlichen Eingewöhnungsphase und langjährigen Erfahrungen wurde ein tolles Qualitätssicherungssystem umgesetzt, das auch von allen Mitarbeitern aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Mitarbeiter-, Umwelt- und Lebensmittelsicherheit stehen für Messer immer im Vordergrund.

  • Warum arbeiten Sie in dieser Branche, was fasziniert Sie?
    Die Lebensmittelbranche ist sehr vielfältig, es gibt viele Anwendungsgebiete für den Einsatz techn. Gase in den verschiedenen Branchen der Lebensmittelindustrie. Und obwohl sich die Grundproblematiken der Kunden oberflächlich oft sehr ähneln, ist doch jedes Projekt immer wieder von einem vollkommen neuen Blickwinkel zu betrachten. Die Anforderungen eines neuen Produkts sind meistens grundverschieden zum Herkömmlichen.
    V.a. finde ich es faszinierend durch den Einsatz von Lebensmittelgasen Methoden zu generieren Lebensmittel auf eine natürliche – weil physikalische – Art und Weise zu konservieren. Somit kann oft der Einsatz von Chemikalien weitgehend minimiert oder sogar vermieden werden.
    Weiters sind für meine Tätigkeit in den verschiedenen Ländern verschiedene Strategien zu entwickeln, um letztendlich Erfolg zu haben. Die Mentalität eines Polen oder Albaners ist doch unterschiedlich zu der eines Österreichers. Daher ist auch essentiell teamfähig zu sein, um mit den Kollegen in den jeweiligen Ländern gemeinsame Geschäftserfolge zu erzielen.