Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: esarom gmbh
17.06.2019

Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: Iris Bohrn, esarom gmbh

"Es ist für das Qualitätsmanagement von zentraler Bedeutung den Mitarbeitern den Sinn der Aufgaben zu vermitteln, um gemeinsam an Weiterentwicklung unserer Produkte zu arbeiten", so Iris Bohrn, esarom gmbh.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Meine berufliche Tätigkeit bereitet mir Freude, weil ich im Unternehmen als die „neutrale Stelle“ Einblick in alle Prozesse habe und dadurch die Zusammenhänge zwischen den Prozessen aufzeigen kann. Hinzu kommt das Arbeiten mit den Prozessteams, um nachhaltige Lösungen zur Systemverbesserung zu schaffen.

Welche Tätigkeitsbereiche haben Sie über? Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?

Meine Tätigkeit als Qualitätsmanager umfasst die Gesamtverantwortung für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Managementsysteme für Qualität und Lebensmittelsicherheit. Das Aufgabengebiet enthält die klassischen QM-Aufgaben wie das Dokumentenmanagement, das Auditwesen und die Reklamationsbearbeitung. Das Einleiten von Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen, sowie die Bearbeitung der daraus entstehenden Arbeitspakete mit den Kollegen aus anderen Bereichen wie z.B. der Supply Chain, gehören auch dazu. Ergänzt durch das Abhalten von Schulungen sowie die Einschulung neuer Mitarbeiter in das Managementsystem. Darüber hinaus leite ich die Lebensmittelsicherheitsgruppe.

Ich habe das 3-jährige HTL Kolleg der Fachrichtung Biochemie, Bio- und Gentechnologie in der Rosensteingasse absolviert. Nach einigen Jahren im Berufsleben habe ich ein berufsbegleitendes Studium mit Schwerpunkt Unternehmensführung an der FH Wien der WKW begonnen und erfolgreich abgeschlossen.

Fachliche Weiterbildungen in den Bereichen Qualitätsmanagement und Lebensmittelsicherheit sind notwendig, um am aktuellen Stand zu bleiben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mein Arbeitstag beginnt mit der Beantwortung von Mails, Telefonaten und einer Teambesprechung. Das „QM-Leben“ ist im Wesentlichen durch die Qualitätsjahresplanung bestimmt, wie z.B. interne Audits durchführen, Managementreview vorbereiten, Korrekturmaßnahmen bearbeiten.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsprodukt aus Ihrem Unternehmen? – wie würden Sie das Produkt jemanden beschreiben, der es noch nie gekostet hat?

Es ist angesichts unseres vielfältigen Produktsortiments nicht einfach sich auf ein Lieblingsprodukt festzulegen. Ich bevorzuge derzeit, wohl auch aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen, unser Gartenminze-Limetten-Aroma. Es schmeckt entsprechend verdünnt nach Limettensaft und frisch gepflückten Minzblättern.

Frau Bohrn, Sie haben 2018 an unserem Qualifizierungsprojekt Food Fraud & Krisenkommunikation teilgenommen.
Was war Ihr Motiv an diesem Kooperationsprojekt teilzunehmen?

Unser Managementsystem ist nach den Anforderungen der Normen ISO 9001:2015 und ISO 22000:2005 zertifiziert. Der Produktionsstandort verfügt über die Zertifizierung gemäß den Forderungen der FSSC / ISO 22000-1.

Die Abwehr von Food Fraud durch geeignete und wirtschaftlich vertretbare Maßnahmen hat somit nicht nur aus unternehmerischer Sicht, durch die globale Beschaffung, einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Die Teilnahme am Kooperationsprojekt „Food Fraud und Krisenkommunikation“ hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für Food Fraud im Unternehmen zu stärken und sich mit dem bereits etablierten System auseinanderzusetzen.

Die vortragenden Experten haben einen umfassenden Überblick rund um das Thema Food Fraud vermittelt. Der Wissenstransfer wurde durch die Durchführung einer unternehmensspezifischen Anfälligkeitsanalyse und die Erstellung von geeigneten Maßnahmenplänen erreicht. Die Diskussionen der Ergebnisse und ergänzender fachspezifischer Fragestellungen zwischen den Teilnehmern haben ebenfalls interessante Sichtweisen und „best-practice“ Beispiele aufgezeigt.

Ich hatte auch die Möglichkeit am Medientraining teilzunehmen, es gab viele interessante Inputs im Umgang mit den Medien bei betriebsinternen Krisensituationen.

Welchen Erfahrungswert aus diesem Projekt, würden Sie anderen Unternehmen oder KollegInnen besonders ans Herz legen?

Ein Erfolgsfaktor ist die Mitarbeiterauswahl zur Teilnahme an der Seminarreihe, um so den Kompetenzerwerb und die Umsetzung im Unternehmen abzusichern. Außerdem ist es wichtig, die Ressourcen für die zeitnahe Bearbeitung der Gruppenarbeit zur Verfügung zu haben.