24.01.2018

Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: Benjamin Kerber, Lehrling Brau- und Getränketechnologie, Gablitzer Privatbrauerei

„Meine Motivation ist es, vollwertiger Teil des Unternehmens zu sein und wesentlich zur Gestaltung und dem Erfolg der Marke und der Brauerei beizutragen und diese auch mitzuformen.“, so Benjamin Kerber von der Gablitzer Privatbrauerei.

 

  • Wie sind Sie zum Beruf des Brauers gekommen?

    Eine Freundin meiner Mutter hatte mir erzählt, dass ihr Bruder eine Kleinbrauerei in Gablitz betreibt und laufend Teilzeit-Mitarbeiter für diverse Events sucht. Bei meinem ersten Job in der Gablitzer Brauerei anlässlich eines großen Fests habe ich den Spirit dieser Branche und des Unternehmens gespürt und nach und nach mehr Interesse für die dortigen Produktionsabläufe entwickelt. Als es die Möglichkeit gab, in der Brauerei eine Lehre zu starten, war ich sofort begeistert und habe mich schon im ersten Lehrjahr in die Abläufe eingelebt.

     

  • Welche Voraussetzungen muss man für diesen Beruf mitbringen, welche Interessensgebiete sollte man haben?

    Als Lehrling in einem Lebensmittelproduktionsbetrieb liegt es nahe, Interesse in den Bereichen Chemie und Prozesstechnik, aber auch für angewandte Mathematik sowie selbstverständlich für Lebensmittel mitzubringen.

    Flexibilität, Kreativität und Spaß am Experimentieren mitzubringen sind ohne Frage zuträglich.

 

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

    Zusammen mit dem Brauerei-Inhaber besprechen wir im Vorfeld, welche Produktionsschritte zu erledigen sind. Im Normalfall werden die jeweiligen Teilbereiche zwischen uns aufgeteilt und jeder ist für die Umsetzung und Vollständigkeit seiner Aufgabe/n selbst verantwortlich.

    Da die Tätigkeiten sehr umfangreich, aber auch unterschiedlich zeitintensiv sind, ist auch die zeitliche Komponente ein wesentlicher Faktor in der Planung des Arbeitstages.

    Meine Tätigkeiten liegen vorwiegend in den einzelnen Schritten der Produktion. An Shop-Tagen bin ich auch im Verkauf tätig, was eine schöne Abwechslung ist, da das direkte Kunden-Feedback und interessante Gespräche mit dem Endkonsumenten eine wichtige Erfahrung mit sich bringen.

 

  • Welche Biersorten brauen Sie am liebsten?

    Da wir vorwiegend klassische Biersorten wie ein Böhmisches Pils, ein Märzen oder auch das Wiener Lager brauen, sind bevorzugte Biere natürlich die Exoten, bei denen auch einmal experimentiert wird. Dennoch braue ich das Bier am liebsten, das ich auch gerne trinke und das ist in diesem Fall das Wiener Lager. Dort haben wir nicht nur einen schönen Mix in der Rezeptur der Malze, sondern auch interessante, aromatische Hopfen. Zu den Biersorten, die ich am liebsten braue, zählen aber auf jeden Fall auch unsere Bockbiere und hier allen voran der „Böse Bock“. Bereits die große Menge an Malz, die wir dazu benötigen und die aus der Rezeptur resultierende Farbe dieses feinen Bockbieres, macht die Maische zu einem olfaktorischen Genuss. Die dezente Hopfung muss gewährleistet sein und deshalb sind die Hopfengaben exakt zu dosieren. Unsere Biere in der Gärung und Reifung zu verfolgen, ist eine Passion und sie am Ende des Prozesses zu verkosten und für gelungen zu befinden, krönt für mich den gesamten Ablauf. 

 

  • Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am Besten?

    Die Abwechslung im Berufsalltag. Mir ist es wichtig, nicht an jedem Tag eintönig immer dasselbe zu machen. Mich motiviert, dass ich vollwertiger Teil des Unternehmens bin und wesentlich zur Gestaltung und Erfolg der Marke und der Brauerei beitrage und dieses auch mitforme.