Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: Hartls Öle
01.08.2018

Berufsbilder in der Lebensmittelbranche: Franz Hartl, Geschäftsführer, Hartls Öle

„Die Auseinandersetzung mit naturbelassenen Ölen ist gleichsam eine bodenständige sinnliche Erfahrung wie erdverbundene Arbeit und kulinarische Erlebnisvielfalt.“, so Franz Hartl von Hartls Öle.

  • Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich mit ausgefallenen Ölen und deren Produktion zu beschäftigen?

    Anfang der 90er Jahre verbrachte ich im Rahmen eines Strategie-Meetings ein Wochenende im Waldviertel und habe dort nicht nur die wunderschönen Mohnfelder gesehen, sondern auch Graumohn-, Weißmohn- und Blaumohn-Öl kennengelernt.

    Das hat mich ziemlich beeindruckt. In den folgenden Jahren habe ich nach weiteren Ölen Ausschau gehalten und versucht neue zu entdecken. Dadurch veränderte sich auch meine Sicht auf die Qualität der Produkte. Das stand allerdings nur am Anfang eines langen, mich immer neugieriger machenden Lernprozesses.

  • Wie haben Sie das dafür notwendige Wissen erworben?

    Da es in Österreich keine spezielle Ausbildung für Ölhersteller gibt, habe ich sehr viel gelesen und war mit Professoren an der Universität für Bodenkultur in Kontakt, von denen ich einiges gelernt habe. Ein Großteil der Erfahrungen habe ich aber mit den klassischen Versuchen und Irrtümern gemacht. Nicht zuletzt war eine postuniversitäre Ausbildung an der TU Graz "Lebensmittelchemie und -technologie" sowie die Fortbildungen bei eco plus Schwerpunkt Ölproduktion und Sensorik‘ und das ‚Kooperationsprojekt Schaubetriebe‘ für mich sehr wichtige Wissensquellen.

  • Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

    Mein Arbeitstag beginnt im Regelfall mit der Beantwortung von Mails, Telefonaten, Kundenkontakten und Abstimmungen mit meinen Partnern. Oft kommt dann eine Inventur und Bestellungen dazu.

    Ein besonders wichtiger Aufgabenbereich ist die Beschaffung der verschiedenen Rohstoffe, mit dem ich fast jeden Tag zu tun habe.

    Weiters müssen die täglichen Bestellungen abgearbeitet und versandt werden. Auslieferungen bei wichtigen Geschäftspartnern nehme ich im Regelfall selber wahr.

  • Welche Aufgaben haben Sie in Ihrem Betrieb über?

    Fast alle, außer Administration und Buchhaltung. Darunter fallen vor allem die gesamte strategische Ausrichtung, die Produktentwicklungen, die Qualitätskontrolle, der Einkauf, die Kunden- und Behördenkontakte, das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit sowie der Verkauf …

  • Herr Hartl, Sie haben bereits an zwei Projekten des Lebensmittel Cluster Niederösterreich teilgenommen. Einerseits am Qualifizierungsseminar TeSio zum Schwerpunkt Ölproduktion und Sensorik und andererseits am Kooperationsprojekt Schaubetriebe. Wie haben Sie diese beiden Projekte erlebt und welche Erfahrungen können Sie aus diesen Projekten mitnehmen.

    Beide Fortbildungsveranstaltungen hatten ein hohes fachliches Niveau und waren toll organisiert. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat besonders gut gepasst. Nicht zuletzt war der Austausch mit den teilnehmenden KollegInnen aus der Branche sehr wertvoll und hat viele zusätzliche Erkenntnisse hervorgebracht.

    In Erinnerung geblieben sind mir vor allem die innovativen Produktentwicklungen, welche in praktischer Form umgesetzt wurden. Die wirklich professionellen Sensorikeinheiten und die konkreten Hilfestellungen etwa bei der Umsetzung der Nährwertkennzeichnungsverordnung.

    Auch die fundierte theoretische Analyse vieler kulinarischer Erlebniswelten (auf der ganzen Welt) und die zahlreichen praxisnahen Vorschläge für die Umsetzung in regionalen Schaubetrieben haben mir äußerst gut gefallen.