ecoplus innovationsforum: Wie der Standort die Unternehmenskultur beeinflusst
29.01.2019

ecoplus innovationsforum: Wie der Standort die Unternehmenskultur beeinflusst

Die Unternehmenskultur ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Sie kommt aber nicht nur aus dem Unternehmen selbst, sondern hängt auch stark von externen Faktoren ab. Inwieweit der Firmenstandort Einfluss auf die Unternehmenskultur hat, diskutierten Wirtschaftstreibende beim ecoplus innovationsforum, das gestern im Palais Niederösterreich über die Bühne ging. „Im ‚War of Talents‘ rückt der Bereich Mitarbeiterbindung immer stärker in den Mittelpunkt. Themen wie Wertschätzung, transparente Kommunikation oder auch attraktive Angebote im Bereich Work-Life-Balance tragen wesentlich dazu bei, hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur zu finden, sondern auch langfristig ans Unternehmen zu binden. Viele unserer Betriebe haben diese Entwicklung erkannt und agieren bereits entsprechend“, erläuterte Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav bei der Eröffnung.

 

Niederösterreich als guter Boden für Innovationen

„In Niederösterreich findet jedes Unternehmen, egal welche Größe oder aus welcher Branche, den richtigen Standort und die bestmögliche Betreuung. Die Unternehmerinnen und Unternehmer der heutigen Veranstaltung haben bestätigt, dass Niederösterreich ein guter Boden ist, um Innovationen entstehen zu lassen und Betriebe wachsen zu lassen. Dass wir mit unseren Angeboten an die Wirtschaft richtigliegen, belegen auch die Ansiedlungszahlen für 2018. Hier können wir mit 120 erfolgreich durch ecoplus betreute Betriebsansiedlungen beziehungsweise Betriebserweiterungen ein absolutes Rekordergebnis vorweisen“, so Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Aber inwieweit beeinflusst der Unternehmensstandort die Firmenkultur beziehungsweise ändert sie sich durch einen Standortwechsel? Sind bestimmte Unternehmen deshalb erfolgreich, weil sie untrennbar mit einer bestimmten Region verbunden sind und könnten diese anderswo vielleicht gar nicht existieren? Im Rahmen der Podiumsdiskussion gaben Unternehmerinnen und Unternehmer Einblick in ihre Unternehmenskultur und erzählten von ihren Erfahrungen. So ist für Andreas Gnesda, CEO der Firma teamgnesda, die Unternehmen auf ihrer Reise ins neue Büro begleitet, ein Standort „die sichtbar gemachte Kultur eines Unternehmens. Ein Standortwechsel ist auch die Chance, den Betrieb nicht nur räumlich, sondern auch kulturell neu zu gestalten.“ Er sieht durch die Digitalisierung – Stichwort ortsungebundenes Arbeiten – auch eine Attraktivitätssteigerung peripherer Standorte, die mit hoher Lebensqualität punkten können.

 

Jede Region hat ihre Besonderheiten und Schätze

Johannes Gutmann ist mit seinem Unternehmen Sonnentor bereits seit dem Start 1988 im Waldviertel angesiedelt und er ist überzeugt, dass „jede Region ihre Besonderheiten und ihre Schätze hat – man muss nur die Augen aufmachen und die Stärken entdecken.“ Sein Rezept zur Mitarbeiterbindung: „Gerade in einer strukturschwachen Region wie dem Waldviertel ist es wichtig, auf die Bedürfnisse seines Teams einzugehen. Eine betriebliche Kinderbetreuung, kostenloses Bio-Mittagessen sowie ein abwechslungsreiches Gesundheitsprogramm machen uns fit für die Zukunft.“

Auf einen regionalen Standort setzt auch Theresa Steininger, Geschäftsführerin von wohnwagon, die mit ihrem Unternehmen erst kürzlich von Wien nach Gutenstein übersiedelt ist: „Was wir vorhaben, geht nur sinnvoll an einem Standort wie Gutenstein. Wohnen und arbeiten zusammenzubringen, ein autarkes Dorf aufzubauen und mit zukunftsfähigen Lösungen zu zeigen, wie nachhaltiges Wohnen am Land und mit der Natur funktionieren kann.“ Den Wertewandel, den sie für ihre Firma und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstrebt, sieht sie auch bei ihren Kunden: „Lebensmodelle werden immer flexibler und gerade junge Menschen können sich nicht mehr vorstellen, den Rest ihres Lebens an einem Ort zu verbringen.“

 

Motivation und Innovation

Ganz andere Anforderungen an einen Standort hat die Romer Labs Division Holding GmbH. Die Romer Labs Division Holding GmbH ist ein weltweit führender Anbieter von diagnostischen Lösungen für die Lebens- und Futtermittelindustrie. Das Unternehmen ist bereits seit Dezember 2005 am Technopolstandort in Tulln angesiedelt. Geschäftsführerin Eva Wanzenböck schätzt die räumliche Nähe zu universitären Einrichtungen und die hervorragende Infrastruktur. 2018 ist das Unternehmen in ein eigenes Gebäude, jedoch am gleichen Standort, übersiedelt. Helle Räume, open space Büros, eine Kantine, in der frisch gekochtes Mittagessen angeboten wird und vieles mehr führen dazu, dass sich Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen und gerne zur Arbeit kommen. Das Ergebnis: Motivation und Innovation.

Die Veranstaltung hat nicht nur gezeigt, dass die Anforderungen an einen Unternehmensstandort individuell sehr unterschiedlich sind, sondern auch die große Bedeutung des richtigen Standorts für den Erfolg eines Unternehmens bestätigt.

„Als Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich unterstützt und begleitet ecoplus die Unternehmen bei der Suche nach dem passenden Standort vom Erstkontakt bis zur Fertigstellung. Ein wichtiges Tool ist dabei unser online Standortkompass. Hier können für ganz Niederösterreich Wirtschafts- und Businessparks, Büros, Industrieflächen und Betriebsgrundstücke sowie Förderprogramme bedarfsgerecht abgerufen werden“, informiert ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.