Europäische Union ist ein wichtiger Turbo für den niederösterreichischen Wirtschaftsmotor
26.09.2018

Europäische Union ist ein wichtiger Turbo für den niederösterreichischen Wirtschaftsmotor

Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel, Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav sowie Martin Eichtinger, Landesrat für internationale Beziehungen, sprachen bei einem ecoplus-Symposium im Schloss Laxenburg gemeinsam mit heimischen Unternehmerinnen und Unternehmern über Niederösterreichs Wirtschaft im Zeichen der EU-Ratspräsidentschaft. „Mit dem EU-Beitritt Österreichs und den EU-Erweiterungen 2004 und 2007 ist Niederösterreich von einer Randlage wieder ins Zentrum Europas gerückt. Das hat nicht nur für die Menschen in den Regionen unglaublich positive Auswirkungen gehabt, sondern es hat auch einen enormen Schub für die niederösterreichische Exportwirtschaft bewirkt, der bis heute anhält. Kurz gesagt, die Europäische Union ist ein wichtiger Turbo für den niederösterreichischen Wirtschaftsmotor“, betonten die beiden Landesräte.



8 EU-Mitgliedsländer sind unter den TOP-10 Exportdestinationen

„Exporte sichern fast eine Viertel Million Arbeitsplätze in unserem Land und sind für viele Unternehmen ein wesentlicher Wachstumsmotor. Dabei zählen nach wie vor die EU-Partnerstaaten zu unseren wichtigsten Handelspartnern. Unter den Top-10 Exportdestinationen finden sich gleich acht EU-Mitgliedsländer. Daher sind möglichst wenige Handelshemmnisse und intensive wirtschaftliche Beziehungen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union zentral dafür, dass Niederösterreichs Wirtschaft auf Wachstumskurs bleibt. Die weltpolitischen Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung eines starken Europas, in dem Niederösterreich als Region gut aufgehoben ist. Wer auf Protektionismus setzt, ist auf dem falschen Dampfer unterwegs“, erläuterte Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav, die auch die Service-Leistungen von ecoplus International, der „Internationalisierungsagentur“ des Landes Niederösterreich, hervorhob.

Martin Eichtinger, Landesrat für internationale Beziehungen und ehemaliger Botschafter in London, nahm unter anderem zum Thema Brexit Stellung: „Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft nutzen wir intensiv, um Niederösterreich noch tiefer in der EU zu verankern. Inwieweit sich der Brexit auf Niederösterreich auswirken wird, hängt jetzt von dem Ausstiegsabkommen ab und wie das künftige Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU aussehen wird. Ein harter Brexit würde weder im Interesse der EU und noch viel weniger in jenem der Briten sein. Jetzt gilt es eine Entscheidung zu treffen.“


Niederösterreich hat vom EU-Beitritt enorm profitiert

 „Gerade Niederösterreich hat vom EU-Betritt Österreichs enorm profitiert – die Entwicklung, die damals in Gang gesetzt wurde, hat zu einem langfristigen und stabilen Zuwachs an Wohlstand und Lebensqualität geführt. Damit sich diese Entwicklung auch weiterhin fortsetzt, ist eine starke EU auf der geopolitischen Bühne unerlässlich und als weltpolitisch stabilisierender Faktor von großer Bedeutung. Um die anstehenden Probleme in und außerhalb der EU erfolgreich lösen zu können, bedarf es daher noch mehr Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten. Eine starke EU steht für Stabilität, einer der ausschlaggebenden Faktoren für langfristiges Wirtschaftswachstum“, zeigte sich Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel in seiner Keynote überzeugt.


Unternehmen schätzen den offenen Markt innerhalb der EU

Die Bedeutung der EU für die heimischen Unternehmen hoben im Rahmen der Podiumsdiskussion auch Erwin Kotányi, Geschäftsführer der Kotányi GmbH, Harald Neumann, Vorstandsvorsitzender der NOVOMATIC AG, und Silvia Fluch, Vorstand der ecoduna AG, hervor.

Die Firma Kotányi hat rund 30 Jahre Exporterfahrung und eine Exportquote von 70 Prozent. Kotányi Geschäftsführer Erwin Kotányi schätzt einerseits den offenen Markt innerhalb der EU, nahm aber auch zu den Russland-Sanktionen Stellung: „Der überwiegende Teil unserer Exportmärkte liegt zwar in der EU, aber der für uns wichtigste Markt Russland ist in den letzten Jahren stark von der EU-Politik mit der Auswirkung Embargo und daraus resultierenden Währungsabwertungen mitbestimmt. Ich würde mir als Unternehmer ein rasches Ende der Sanktionen wünschen.“

Ein weiterer niederösterreichischer Branchenriese, der voll auf Export setzt, ist der Gaming-Technologiekonzern NOVOMATIC mit einer Exportquote von 97 Prozent. Harald Neumann, Vorstandsvorsitzender der NOVOMATIC AG: „NOVOMATIC ist mit mehr als 300 Tochterunternehmen weltweit aktiv. Man kann also durchaus sagen, dass wir vom Export leben. Diese erfolgreiche Entwicklung wäre ohne die EU mit großer Sicherheit nicht so einfach möglich gewesen.“

Aber nicht nur Niederösterreichs Leitbetriebe setzen auf Export. Silvia Fluch, Vorstand der ecoduna AG: „Für ein kleines österreichisches Unternehmen wie ecoduna, das die Technologieführerschaft in dem höchst innovativen Bereich der Mikroalgenproduktion anstrebt, ist Internationalisierung unumgänglich. Denn sowohl für unsere hochwertigen Algenprodukte als auch für die Produktionstechnologie finden sich weltweit Absatzmärkte. Da der Heimmarkt per se klein und der österreichische Konsument in diesem Feld relativ konservativ ist, liegt der Erfolg von morgen im Export.“

„Eine der Kernaufgaben von ecoplus ist es, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit heimische Unternehmen und Innovationen wachsen können. Unsere Tochtergesellschaft ecoplus International übernimmt diese wichtige Aufgabe für die niederösterreichische Exportwirtschaft. Unser Beraterteam in Niederösterreich sowie die Länderteams in Polen, Slowakei, Tschechien, Türkei, Rumänien, Russland und Ungarn sind die zentrale Anlaufstelle für blau-gelbe Betriebe, die neue Geschäftsmöglichkeiten im Ausland ergreifen wollen“, so Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus und Organisator des Laxenburger Symposiums.