Exkursion „Hervorragende Dienstleistungsgebäude“
12.12.2017

Exkursion „Hervorragende Dienstleistungsgebäude“

Als Fachpartner von „klimaaktiv Bauen und Sanieren“ organisierte der Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich anlässlich der „Internationalen Tage des Passivhauses 2017“ eine Besichtigungstour durch neue Vorzeigebauten energieeffizienten und ökologischen Bauens in der Kategorie Dienstleistungsgebäude in der Landeshauptstadt St. Pölten. 60 Interessierte nahmen teil.

Bezirkshaupmannschaft St. Pölten

Der Zubau der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten war Ausgangspunkt der Tour. Detailliert präsentierte DI Karl Dorninger, Leiter-Stv. der Abt. Gebäudeverwaltung der NÖ Landesregierung, das Gebäudekonzept. Beim anschließenden Rundgang durch Zubau und Altbestand konnten sich die BesucherInnen davon überzeugen, dass Energieeffizienz, hohe Nutzungsqualität und gestalterische Ansprüche – in diesem Fall Koexistenz von neuer und historische Bausubstanz – in keinerlei Widerspruch stehen müssen.

„Haus des Lernens“ - Österreichs größtes strohgedämmtes Dienstleistungsgebäude aus Holz

Fußläufig erreichbar war die nächste Station, das sich im Endausbau befindliche „Haus des Lernens“ der Gemeinnützigen Sanierungs- und Beschäftigungs-GmbH (GESA). Ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsanspruch zeichnet dieses Bauprojekt besonders aus. Wie Bauherr und Geschäftsführer Johann Lechner ausführte, waren ihm Verwendung nachwachsender, regionaler, gut rückbaufähiger und wiederverwertbarer Baumaterialien ebenso wichtig wie gesellschaftspolitische Ansprüche. Zukunftsfähiges, umweltfreundliches und gesundes Bauen, so sein Kredo, müsse für alle sozialen Schichten leistbar werden.

Einen engagierten Partner für sein ambitioniertes Vorhaben fand er in Architekt DI Martin Aichholzer, der sich darauf einließ, gemeinsam mit dem Baustellenleiter der GESA, Alexander Schrenk, Projektteilnehmende und Auszubildende der GESA aktiv ins Baugeschehen einzubeziehen. Unter fachkundiger Anleitung wurden Strohdämmung und Lehmputz überwiegend von ihnen ausgeführt. Dadurch sollten nicht nur Kosten eingespart sondern v.a. auch berufliche Qualifikation im ökologischen Bauen erworben werden.

ZERO1, METRO Cash&Carry

Seitens des Bauherren wurde der Wunsch an das Projektteam herangetragen, einen gestalterisch und ökologisch besonderen Wiederverkaufsmarkt zu schaffen.

Durch die Zusammenarbeit von Poppe&Prehal Architekten, den Klimaingenieuren IPL und dem Haustechnikplaner das leitwerk konnte ein Großmarkt errichtet werden, der so effizient ist, dass es möglich ist, am Standort gleich viel Energie zu gewinnen, wie für den Betrieb des Marktes verbraucht wird. Eine Photovoltaikanlage mit 1.008 kWp Leistung ist das Herzstück dafür.

Auch gestalterisch überzeugt die riesige Verkaufshalle durch die Holzkonstruktion und die eigens für diesen Markt entwickelten Regal- und Leitsysteme. Hervorzuheben sind zudem die durchdachte Tageslichtnutzung durch das umlaufende Fensterband und die optimierte Raumakustik.

 

Weitere Informationen:
Martin Huber
+43 2742 9000-19665