Innovativ & verantwortungsvoll: Lebensmittelverpackung mit Zukunft
25.11.2019

Innovativ & verantwortungsvoll: Lebensmittelverpackung mit Zukunft

Die weltweiten Klimaveränderungen, sowie die Endlichkeit von Ressourcen stellen auch die Lebensmittelproduzenten vor neue Herausforderungen. So sollen beispielsweise alternative Verpackungsmaterialien maximalen Produktschutz gewährleisten ohne den Preis des Lebensmittels für den Konsumenten wesentlich zu erhöhen. Eine Gratwanderung!

Am Clusterpartnertag des Lebensmittel Cluster Niederösterreich informierten sich Mitte Oktober rund 70 Interessierte über innovative Verpackungslösungen und deren Ökobilanz. Manfred Tacker vom FH Campus Wien (Department für Applied Life Sciences) beantwortete die Frage, ob ein Widerspruch zwischen nachhaltiger Verpackung und Kreislaufwirtschaft besteht, eindeutig mit NEIN! Ines Fritz, Universität für Bodenkultur (Institut für Umweltbiotechnologie am IFA Tulln) ergänzte hinsichtlich Biokunststoffen, welche Hoffnungen schon jetzt erfüllt werden können - so sollen demnächst auch bestimmte BioBioKu kreislauffähig werden.

Innovativ & verantwortungsvoll: Lebensmittelverpackung mit Zukunft

Dennoch übersteigt die hohe Nachfrage nach ökologisch verantwortungsvollen Lösungen derzeit eindeutig das Angebot und verteuert alle Verpackungssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Lebensmitteln – von der Landwirtschaft über die Lebensmittelproduktion bis hin zum Handel. Zusätzlich werden die beliebten BioPlastics aus Agrar-Rohstoffen wie Mais- oder Kartoffelstärke produziert, welche für die Lebensmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung stehen, wodurch die Ernährungssicherheit weltweit durch steigende Rohstoffpreise gefährdet wird.

In ihrer Keynote fokussierte Julika Dittrich, Circular Futures im Umweltdachverband, auf die Endlichkeit unserer terrestrischen Ressourcen und beschrieb die Kreislaufführung u.a. von Verpackungsmaterialien als Teil einer Lösung zur Schonung der fossilen und biologischen Rohstoffe. Gleichzeitig nahm sie von der Podiumsdiskussion mit Unternehmensvertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Branchen der Lebensmittelproduktion, Wünsche und Anregungen an Politik und Materialentwickler mit. Denn es ist zwar nicht mehr lang bis 2025, jedoch ein weiter Weg, um die geforderte Mindestquote von 65% recyclingfähiger Verpackungsmaterialien zu erreichen.

Abfälle vermeiden und Verpackung minimieren

Daher ist ein generelles Umdenken angesagt: die berühmten fünf R‘s (refuse, reduce, reuse, recycle, rot) sind wesentliche Leitlinien eines umweltverträglichen Verbraucherverhaltens und beschreiben die Hierarchie der Reststoff- bzw. Abfallbehandlung. An erster Stelle steht die Vermeidung von Abfällen durch generellen Verzicht bzw. Minimierung von Verpackungen. Ist das aufgrund des Produktschutzes nicht möglich, dann greifen sinnvolle Mehrweglösungen mit leistungsfähigen Sammelsystemen. 

Schlussendlich belasten Verpackungsabfälle, die in Wasser und Böden gelangen, zunehmend die Umwelt. Während Makroplastik in Mägen von Meerestieren und Vögeln gefunden wurde, könnte das viel kleinere Mikroplastik über die Nahrungskette auch in den Menschen gelangen mit noch nicht abschätzbaren Folgen für unsere Gesundheit.

Gemeinsam mit Michael Washüttl, Forscher am OFI Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik plant daher der Lebensmittel Cluster Niederösterreich ein CORNET Projekt zur Etablierung einer Methode zur Bestimmung von Mikroplastik in flüssigen Lebensmitteln.

Die Förderschiene ist explizit auf Klein- und Mittelbetriebe ausgelegt.

Bei Interesse freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

 

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