Innovative Lösungen für den E-Ladeinfrastruktur-Ausbau in Niederösterreichs Gemeinden
12.11.2019

Innovative Lösungen für den E-Ladeinfrastruktur-Ausbau in Niederösterreichs Gemeinden

Das Land Niederösterreich verfolgt in Sachen E-Mobilität ehrgeizige Ziele. Schon heute ist Niederösterreich das Bundesland mit den meisten E-Mobil-Zulassungen in Österreich. Heuer wurden bereits über 1.600 E-Fahrzeuge in Niederösterreich neu zugelassen, das sind rund 20 Prozent aller 2019 neu zugelassenen E-Fahrzeuge der Republik. „Das Um und Auf, damit uns die E-Mobil-Wende in Niederösterreich gelingt, ist jedoch ein immer engmaschigeres Ladenetz. Mehr als 1.200 öffentlich zugängliche Ladestationen gibt es bereits in unserem Bundesland, doch wir wollen die Ladepunkte weiter erhöhen. Daher haben wir mit der der IÖB-Servicestelle (Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung) der Bundesbeschaffung GmbH, Niederösterreichs Energie- und Umweltagentur eNu und der Niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus die E-Ladeinfrastruktur Challenge durchgeführt. Die Ergebnisse bieten innovative Lösungen für den weiteren Ausbau in den heimischen Gemeinden“, zeigen sich LH-Stv. Stephan Pernkopf und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav über die Entwicklung erfreut.

 

7.860 e-Fahrzeuge haben alle 30 km einen Ladepunkt

Die 7.860 E-Fahrzeuge, die aktuell auf Niederösterreichs Straßen unterwegs sind, haben im Schnitte alle 30 Kilometer einen Ladepunkt zur Verfügung. Doch das Land Niederösterreich möchte diesen Wert weiter steigern. 18 Unternehmen haben Lösungskonzepte zur folgenden Frage eingereicht: Wie kann ein Gesamt-Konzept für eine flächendeckende E-Ladeinfrastruktur aussehen, welches für Gemeinden in Niederösterreich unabhängig ihrer Größe und Struktur anwendbar ist? Aus den Einreichungen wurden durch eine Jury sechs Gewinnerlösungen ermittelt: Mit der EVN, Fonatsch GmbH und SPL Tele Group GmbH kommen drei von sechs Gewinnern aus Niederösterreich. Darüber hinaus überzeugten Raiffeisen Leasing, ENIO GmbH und Allmobil GmbH mit ihren Konzepten.

„Die Gewinnerlösungen zeigten äußerst interessante Konzepte und Produkte für eine zukunftsorientierte Ladeinfrastruktur in Niederösterreich auf. Die Challenge bietet aus unserer Sicht einen guten Ausgangspunkt für unternehmensübergreifende Kooperationen mit dem Ziel, Lösungen weiterzuentwickeln und entlang der Wertschöpfungskette zur einer Gesamtlösung zusammenzuführen“, betonen LH-Stv. Stephan Pernkopf und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

„Die Challenge der IÖB Servicestelle in der BBG ist eine zeitgemäße Methode für öffentliche Auftraggeber den Markt nach kreativen Lösungen zu erkunden und innovativen Unternehmen unbürokratisch die Möglichkeit bietet ihre Lösungen vorzustellen. Auch kleinere und innovative Unternehmen können auf sich aufmerksam machen und für öffentliche Ausschreibungen Bekanntheit erlangen“, unterstreichen Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffung GmbH und Stefan Maier, Leiter der IÖB-Servicestelle

 

"Chancen nutzen und Ideen umsetzen"

So entwickelte die Firma enio eine Ladestellen-Box in der Größe einer Schuhschachtel. Sie wird an einer Hausmauer montiert. Von der Box wird ein in den Gehweg eingelassenes Kabel zu Ladesäule auf den Gehsteig geführt. Die Allmobil GmbH beeindruckt mit einer Ladekarte, die unterschiedliche Nutzergruppen ansprechen soll. Die Fonatsch GmbH lieferte ein Konzept zum modularen, anwendungsspezifischen Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur, dabei soll die Energie für den Betrieb der E-Fahrzeuge so weit wie möglich aus erneuerbaren Quellen stammen. Die EVN punktete mit einem Portfolio an flexiblen sowie erweiterbarer Ladeinfrastrukturen. Die SPL Tele GmbH setzt auf modulweise erweiterbare Lade-Hotspots, je nachdem welche Infrastruktur in der jeweiligen Gemeinde vorhanden ist. Und die Raiffeisen Leasing GmbH hat ein Energie Baukasten-System für Gemeinden entwickelt. Die Gemeinde kann das gewünschte Produkt (z.B. Lademöglichkeit, Pufferspeicher mit oder ohne Finanzierung) auswählen und nutzen. Die Angebote sind modular wählbar, das Zusammenspiel der Leistungen ist aufeinander abgestimmt.

Aktuell wird im Rahmen von „e-mobil in niederösterreich“ eine Workshop-Reihe mit dem Titel „Chancen nutzen und Ideen umsetzen“ entwickelt, welche Anfang nächsten Jahres startet und bis Juni 2020 laufen wird. „Ziel der Aktivitäten ist es, gemeinsam mit interessierten Unternehmerinnen und Unternehmern kooperative Forschungsprojekte zu den Themen Ladeinfrastruktur und Automotiv auszuarbeiten und ins Laufen zu bringen“, so ecoplus kaufm. Geschäftsführer Jochen Danninger.

Eine wichtige Voraussetzung für eine klimafreundliche E-Mobilität ist die Nutzung erneuerbaren Stroms. „Mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieträgern, der höchsten Dichte an Ladestationen und den meisten E-Autos aller Bundesländer leistet Niederösterreich einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehr. Eine unterstützende Förderlandschaft für E-Autos und innovative Lösungen in der Ladeinfrastruktur stärken diese Vorreiterposition“, betont eNu-Geschäftsführer Herbert Greisberger.

Kontakt
Kontakt mobile