KC Kunststoff Fachtagung: Wie Kreislaufwirtschaft gelingt
04.06.2019

KC Kunststoff Fachtagung: Wie Kreislaufwirtschaft gelingt

Roboter und Röntgenstrahlen sortieren Kunststoffe, Pyrolyse als alternatives Recyclingverfahren und Polyolefine als Verpackungsmaterial der Zukunft: Das waren einige der Themen der Kunststoff-Cluster Fachtagung „Kreislaufwirtschaft – Im Spannungsfeld zwischen mechanischem und chemischem Recycling“. Mehr als 100 Besucher hörten am 20. Mai spannende Vorträge an der Johannes Kepler Universität Linz zur Vernetzung von Kunststoff-Branche und Abfallwirtschaft. Dabei standen der Wertstoff Kunststoff, der Kunststoff-Recycling-Maschinenbau und die unterschiedlichen Methoden des Recyclings im Fokus. Besonders die Vernetzung von Kunststoff-Branche und Abfallwirtschaft spielt für die Herausforderungen und Probleme des Kunststoff-Abfalls eine zentrale Rolle.

Vorträge von niederösterreichischen Recycling-Experten

  •  Sunpor (Radlberg) war Aussteller/Sponsor und der Geschäftsführer Roman Eberstaller hat folgenden Vortrag „PSLoop–Stoffliches Recycling für Polystyrolschäume“ gehalten. Dass es auch für Polystyrol eine innovative chemische Recyclingtechnologie gibt, bewies Roman Eberstaller von der Sunpor Kunststoff GmbH. Das Unternehmen ist Mitglied im „PolyStyreneLoop“, einer Initiative, die sich mit dem Recycling von PS-Schäumen auseinandersetzt. Der „Creasolv-Prozess“ des Fraunhofer IVV Instituts spielt hier eine zentrale Rolle. Eberstaller erklärte, dass in diesem Prozess sogar das in XPS-Platten oft enthaltene Brom rezykliert werden kann. Herausforderungen wie die hohen Investment-Kosten, die permanente Versorgung mit entsprechendem Material oder rechtliche Unsicherheiten beim Transport von Abfällen sind noch zu meistern. Die Sunpor Kunststoff GmbH stellt vorwiegend Dämmungen aus PS her. Diese kämpfen vermehrt mit Konkurrenz durch alternative Dämmstofflösungen. Eberstaller begegnet dieser Herausforderung mit dem Argument, dass EPS-Dämmplatten zu 98% aus Luft bestehen und somit eines der effizientesten Materialien überhaupt sind.

  • Florian Mitterecker von der Starlinger & Co GmbH aus Weissenbach/Triesting behandelte in seinem Vortrag „Post Consumer Recycling mit Geruchsreduktion“ die Geruchsreduktion von Post-Consumer Rezyklaten. Geruch stellt im Recyclingprozess oft einen diffizilen Faktor dar, der die Anwendung von Rezyklaten sehr einschränkt. Speziell Post-Consumer Kunststoffabfälle können sehr unangenehm riechen. Die Recycling Technology Sparte von Starlinger entwickelte hier einen Prozess, der Gerüche von Rezyklaten weitestgehend entfernt und somit die Anwendungsmöglichkeiten von Post-Consumer Material in einer Kreislaufwirtschaft vervielfacht.

  • Günther Höggerl von der Müller-Guttenbrunn-Gruppe aus Amstetten referierte über: „Kunststoffrecycling langlebiger Produkte – Problem oder Potential?“ Dass Kunststoff-Recycling zugleich Problem und Potenzial birgt, verdeutlichte Günther Höggerl von der Müller-Guttenbrunn-Gruppe als erster Referent im Block „Recycling aus der Praxis“. Potenzial bestehe in der Hinsicht, CO2 einzusparen und somit den Kunststoff von langlebigen Produkten zu rezyklieren. Gerade Elektroaltgeräte beinhalten relativ viel Kunststoff, der am Ende des Lebenszyklus wieder getrennt und wiederverwertet werden kann. Hier gelte es, entsprechende ökonomische und rechtliche Herausforderungen zu lösen. Speziell die Schadstoffentfrachtung (z.B. von bromierten Flammhemmern) bei Elektroaltgeräten und die damit verbundenen Grenzwerte stellen Recycler vor Probleme.

Weitere Details zu der KC-Fachtagung mit den weiteren RednerInnen finden Sie auf der Webseite des Kunststoff-Cluster OÖ.