05.01.2018

Gemeinsamer Wirtschaftsraum Marchfeld ist Realität

2013 kamen die Gemeinden im Marchfeld gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur ecoplus und der Raumordnungsabteilung des Landes erstmals zusammen, um eine Wirtschaftskooperation zu planen. Nun – rund fünf Jahre später – ist der gemeinsame Wirtschaftsraum, dem Aderklaa, Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Obersiebenbrunn, Markgrafneusiedl, Parbasdorf, Raasdorf und Strasshof a. d. Nordbahn angehören, Realität. In den acht Marchfeld-Gemeinden haben die Gemeinderäte der Kooperation zugestimmt und auch die NÖ Landesregierung hat den Beschluss gefasst. Anfang dieses Jahres wird sich der Verein konstituieren und die Arbeit aufnehmen. „Der gemeinsame Wirtschaftsraum Marchfeld wird die Sichtbarkeit des Standortes erhöhen und somit einen entscheidenden Beitrag leisten, um neue Unternehmen im Marchfeld anzusiedeln“, betonen LH-Stv. Stephan Pernkopf, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, der designierte Verbandsobmann Bgm. Bernhard Wolfram, LAbg. René Lobner und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

Kooperation tritt Anfang 2018 in Kraft

Die acht Mitgliedsgemeinden verfügen gemeinsam über einen Quadratkilometer Betriebsflächen. „Durch die Kooperation gibt es hier erstmals eine koordinierte Raumentwicklung, zudem wird eine schädliche Standortkonkurrenz innerhalb der Region vermieden. Es entsteht eine Region der kurzen Wege, wovon Bevölkerung, Wirtschaft und Umfeld gleichermaßen profitieren. Die Wirtschaftskooperation kann ein Beitrag dazu sein, dass das Marchfeld wirtschaftlich weiter aufblüht”, freut sich LH-Stv. Stephan Pernkopf.

Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav hob das große Potenzial für Betriebsansiedlungen dieser Region hervor. „Das Marchfeld bietet mit seiner Lage zwischen Wien und Bratislava beste Betriebsflächen zu vergleichsweise günstigen Preisen. Hier wird das Marchfeld über die Landesgrenzen hinaus sichtbar und als attraktiver Wirtschaftsraum auf sich aufmerksam machen und Betriebe anlocken. Denn das Herzstück der Kooperation ist die Vermarktung des gemeinsamen Wirtschaftsraums.“

Aufteilung der Kommunalsteuer

Damit die Kooperation verbindlich gelebt wird, einigten sich die Gemeinden auf eine Aufteilung der Kommunalsteuer bei Neuansiedlungen. „Der Aufteilungsschlüssel sieht vor, dass 82,5 Prozent der Kommunalsteuer eines sich neu angesiedelten Betriebes in der Kooperation der Standortgemeinde zufallen, je 2,5 Prozent erhalten die übrigen Mitgliedsgemeinden. Bestehende Unternehmen sind grundsätzlich ausgenommen. Die Aufteilung wurde von allen Gemeinderäten mehrheitlich akzeptiert“, erklären der designierte Verbandsobmann Bgm. Bernhard Wolfram (Aderklaa) und LAbg. René Lobner (Gänserndorf). Der Gemeindeverband Wirtschaftskooperation Marchfeld soll seinen Sitz in Gänserndorf erhalten. Die weiteren Bürgermeister der Kooperation Friedrich Quirgst (Deutsch-Wagram), Werner Pozarek (Obersiebenbrunn), Franz Mathä (Markgrafneusiedl), Gregor Iser (Parbasdorf), Walter Krutis (Raasdorf) und Ludwig Deltl (Strasshof a. d. Nordbahn) sehen dies ebenfalls als zukunftsweisende Chance für die Region und ihre Gemeinden.

Die Vorteile der Kooperation liegen aus Sicht der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur auf der Hand, so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki: „Fragt ein Unternehmen bei einer Gemeinde an und hat diese keine passende Fläche, so wird das Unternehmen an eine andere Gemeinde weiterverwiesen. Ohne Kooperation wäre das Unternehmen für das Marchfeld und möglicherweise auch für Niederösterreich verloren. Jede Gemeinde profitiert auch von Ansiedlungen in anderen Gemeinden – es gibt einen Ausgleich, wodurch der ungesunde Standortwettbewerb eingedämmt wird. Diese Kooperation kann beispielgebend für weitere Wirtschaftskooperationen in Niederösterreich sein.“