Materialeinsparung durch intelligentes Konstruieren

Materialeinsparung durch intelligentes Konstruieren

Das war der Themenfokus „Ressourceneffizienz durch innovative Bautechnologien“ des Clusters auf der „Hausbau & Energiesparen“ Tulln

Mit einem Rekordergebnis mit 29.493 Besuchern und einem Plus von 4,3 Prozent lud die „HausBau + EnergieSparen“ Messe in Tulln zum Start in die Bausaison. 390 Fachaussteller präsentierten sich auf 24.000 m², ergänzt durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit 60 Fachvorträgen auf zwei Bühnen.

Der Auftritt des Clusters stand diesmal ganz im Zeichen der konstruktiven Effizienz mittels digitalen Technologien!

Fast die Hälfte aller eingesetzten Materialressourcen sind dem Baubereich zuzuschreiben und die Tendenz ist stark steigend. Ein schonender und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist zur Erreichung unserer Klimaziele unumgänglich. Neue Planungs- wie auch Produktionsmethoden tragen dazu bei.

Wege zur Materialeffizienz

Bei der Fachveranstaltung „Ressourceneffizienz durch innovative Bautechnologien“ lud der Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich am 17.1.2020 auf seinen Messestand. Experten aus Wissenschaft und Praxis präsentierten heute schon mögliche innovative Methoden im Bereich des digitalen Planens, materialeffizienten Konstruierens sowie automatisierten Produzierens.

Thomas Pachner, Fa. Patonic, zeigte imposante Beispiele in verschiedensten Größenordnungen (vom Empfangstresen bis zur Louvre-Überdachung in Abu Dhabi, vom Tischlermöbel bis zum Stahlbau) für die praktische Anwendung von parametrischem Entwerfen und Geometrieoptimierung.

Benjamin Kromoser, BOKU, Institut für Konstruktiver Ingenieurbau, stellte an Hand des ausgestellten Pavillon „Optiknot 3D“ vor, wie Tragsysteme durch Einsatz digitaler Technologien ressourceneffizient hergestellt werden können. Sehr beeindruckend ist das Beispiel einer mehrfach gekrümmten Betonbrücke, die mittels einer aufblasbaren Betonschalung errichtet wurde und so eine signifikante Menge Stahlbeton und damit CO2 eingespart werden konnte.

„Making of Pavillon Optiknot 3D“ Video

Markus Hatzenbichler, FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH, berichtete abschließend mit vielen Beispielen über den Stand der Technik zum 3D-Druck und seine Anwendung in der Bauwirtschaft.

Pavillon „Optiknot 3D“ am Cluster-Messestand

Parallel dazu konnte der Pavillon Pavillon „Optiknot 3D“ direkt am Stand besichtigt werden. Als erster Protoyp bietet er einen Ausblick in die Zukunft des Bauens: ein möglichst effizienter Materialeinsatz, 100% individuell, 100% vorgefertigt, 100% rezyklierbar, ein hoher Automatisierungsgrad in der Produktion.

Die Struktur besteht aus geräucherten und anschließend geölten Eichenholzstäben, aus 3D gedruckten individualisierten Knoten hergestellt aus Maisstärke, weiß gebeizten Sperrholzplatten und Schrauben. Das Bauwerk zeigt eine perfekte Kombination aus einer optimierten Tragstruktur und einem gezielten Einsatz von automatisierten Produktionsmethoden (in diesem Fall 3D Druck und subtraktive CNC Fräsbearbeitung) in Verbindungen mit traditionellem Wissen über Verbindungstechnik. Die Form ist 100% individuell und jeder Teil ist genau für die jeweilige Position gefertigt. Alle Verbindungen sind so aufgebaut, dass sie einfach und rasch auf der Baustelle verschraubt werden können. Beim Abbau werden die Schrauben gelöst und die Baustruktur zu 100% in die ursprünglichen Einzelteile zerlegt. Dadurch ist sowohl der Wiederaufbau, als auch das sortenreine Trennen und Rezyklieren aller Teile am Ende des Lebenszyklus einfach möglich.

Diese Möglichkeit ließ sich auch Wohnbau-Landesrat Martin Eichinger nicht entgehen und philosophierte mit Clustermanagerin Michaela Smertnig über mögliche Einsatzbereiche für diese eindrucksvolle Bauweise.

Möglichkeiten der Kooperation

Ist Ihre Fantasie für Produkt- und Prozessneuheiten angefacht? Wir freuen uns über Akteure und Anwendungsfälle des materialschonenden Konstruierens! In kooperativen, förderbaren Projekten stehen Ihnen die Experten für eine erste Umsetzung zur Seite. Bei Interesse stehen wir als Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich gerne für ein Brainstorming zur Verfügung!

Netzwerken unterm Pavillon

Rund um diesen Cluster-Themenfokus gab es für alle interessierten MessebesucherInnen vielfältige Beratungsangebote von Clusterpartnern des Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich und der IG Innovative Gebäude.

Zum Abschluss des ersten Messetages luden die IG innovative Gebäude, die Wirtschaftskammer Niederösterreich Landesinnung Tischler und Holzgestalter, proHolz Niederösterreich gemeinsam mit dem Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich zum traditionellen Come together.

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