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Medizintechnik, Luftfahrt, Robotik und Digitalisierung: die Sieger des Innovation Award 2021/2022

Die Gründerin von NetzBeweis und zwei weitere Personen bei der Preisvergabe am Technopol Wiener Neustadt

Bereits zum fünften Mal wurde am Technopol Wiener Neustadt in Kooperation von ecoplus, accent und tecnet equity der Innovation Award vergeben. „Hier werden kreative Köpfe angesprochen, technologiebasierte Entwicklungen und deren Märkte darzustellen. Daraus sollen innovative Produkte und Start-Ups entstehen. Wiener Neustadt ist als Forschungs-, Bildungs-, Wirtschafts- und Gründungs-Hot-Spot national und international bereits herausragend. Um diese Position weiter zu stärken, brauchen wir innovative Menschen, die wissenschaftliches Know-how und Marktumsetzung vereinen können. Die Gewinner des Innovation Award zeigen, was alles in diesem Bereich möglich ist“, waren sich Wirtschafts- und Technologielandesrat Jochen Danninger und ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger einig.

 

Start-Ups sind oft der Start zum Hightech-Unternehmen

„Viele erfolgreiche Hightech-Unternehmen beginnen als Start-Up, oftmals aus dem wissenschaftlichen Bereich heraus. Start-Ups sind wichtige Arbeitgeber der Zukunft und haben eine bedeutende Rolle als Wirtschaftsmotor der Region. Genau hier setzen wir mit dem Innovation Award an und sprechen innovative Köpfe aus der HTL, der Fachhochschule, dem Forschungszentrum sowie regionalen Hightech-Unternehmen an. Ich bin von den Siegerprojekten der innovativen Teams beeindruckt und wir werden sie mit dem Sponsoring und den Angeboten von ecoplus, accent und tecnet equity selbstverständlich auch weiterhin gerne unterstützen. Herzliche Gratulation“, so Wirtschafts- und Technologielandesrat Jochen Danninger.

„Nicht nur die Siegerprojekte, sondern alle elf eingereichten Projekte beweisen, dass in Wiener Neustadt Forschung für Mensch und Umwelt gemacht wird. Die kreativen Köpfe beschäftigten sich mit herausfordernden Themen und aktuellen, drängenden Zukunftsfragen. Der Innovation Award wurde in mehreren Kategorien vergeben – erstmals auch in der Kategorie „Luft- und Raumfahrt“ in Kooperation mit der neuen niederösterreichischen Plattform Luft- und Raumfahrt. Ich gratuliere allen Siegerinnen und Siegern sehr herzlich“, zeigte sich ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger beeindruckt.

Der Sieg in der Kategorie „Innovationen in den Bereichen Materialien, Oberflächen, Tribologie, Sensorik und Medizintechnik“ ging an Sepideh Hatamikia von ACMIT und ihr Team für Verbesserungen im Bereich der „Cone Beam Computertomografie“. Optimierte patientenspezifische Aufnahmepfade sollen neue Anwendungsbereiche erschließen.

Die Kategorie „Luft- und Raumfahrt“ konnten Bernhard Stangl und das Team von Robo4you / HTL Wiener Neustadt für sich entscheiden. Entwickelt wurde ein autonomes Roboter-Navigationssystem, bei dem Flug-Drohnen und Roboter-Fahrzeuge zusammenarbeiten, um ein schnelles Navigieren in unbekanntem Gelände zu ermöglichen.

In der Kategorie „Start-Up – innovative, technologiebasierte Geschäftsideen“ waren Katharina Bisset, Lektorin an der FH Wiener Neustadt, und Team erfolgreich. Ihr auf Digitalisierung basierendes Legal Tech Tool „NetzBeweis“ hilft bei der Beweissicherung von rechtswidrigen Inhalten im Internet, wie z.B. das ganz aktuelle Thema „Hass im Internet“ und wird bereits als Beweismittel vor Gericht in mehreren Ländern anerkannt. Für betroffene Privatpersonen, die das Tool für sich selbst verwenden, ist es kostenlos. Für Unternehmen, die diese Beweise für Ihre Kunden oder Mandanten erstellen möchten (zB Anwälte), ist die Nutzung kostenpflichtig.

Zwei Sieger gab es in der Kategorie „Prototypen und Robotik“. Erstens konnten Fabio Tatzgern und das Team von AC2T die Jury mit der Entwicklung einer neuen Generation von Sensoren für tribologische Tests (Reibung, Verschleiß, Schmierung) überzeugen. Der sogenannte „Tribo-Akustische-Pin“ wurde entwickelt, getestet und die Schutzrechte wurden bereits angemeldet.

Zweiter Sieger ist Walter Grundböck, Master-Student an der FH Wiener Neustadt, der zur Reduktion von Makro- und Mikroplastik in Gewässern umweltfreundliche Finnen für Surfboards entwickelt. Aktuell wird an nachhaltigem Material und Herstellverfahren geforscht, um die Finnen in großen Mengen herzustellen. Gelingt dies, werden sowohl Material und Produktionsverfahren auch in anderen Bereichen eingesetzt werden können, ist die Jura überzeugt.

Dotiert ist der Innovation Award mit € 1.500 pro Kategorie. Sponsoren der Preisgelder sind accent, technet equity und ecoplus.

„Als Hightech Inkubator des Landes NÖ sind wir davon überzeugt, dass man bei der Identifizierung von potenziellen Start-up Ideen nicht früh genug ansetzen kann. Das ist auch ein wichtiger Bestandteil der Niederösterreichischen Spinoff Initiative! Wir freuen uns daher sehr, dass sich das Format des Innovation Awards so erfolgreich etabliert hat und so spannende Ideen eingereicht wurden“, erläutert accent Inkubator Geschäftsführer Michael Moll.

„An den Technopolen treiben wir aktiv die enge Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung voran und die ecoplus Technopol-Managerinnen und -Manager stehen vor Ort als Ansprechpartner und Kontaktvermittler zur Verfügung. Der Innovation Award ist seit vielen Jahren ein wichtiger Impulsgeber, um innovative Produkte in den Markt zu bringen und Basis für Start-Ups“, so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

 

Die Siegerprojekte im Detail

 

Kategorie: Innovationen in den Bereichen Materialien, Oberflächen, Tribologie, Sensorik und Medizintechnik (Sponsor: ecoplus Technopol Wiener Neustadt)

“Customized 3d Imaging! Collision Avoidance Cone Beam CT For Interventional Radiology”

Die Arbeit beschäftigt sich mit Innovationen im Bereich der „Cone Beam Computertomografie“, kurz CB-CT, zur Anfertigung von dreidimensionalen Bilddaten eines Patienten. Dieses Verfahren gewinnt immer mehr an Bedeutung, das Anwendungsspektrum wird laufend erweitert. Einer der zentralen Vorteile dieser Bildgebungstechnologie, im Vergleich zur klassischen CT-Bildgebung, ist der bessere Zugang zum Patienten/Eingriffsgebiet. Das macht CB-CT auch zu einer interessanten Option für verschiedene Anwendungen im Gebiet der interventionellen Radiologie. Nachteile der Methode sind jedoch der eher kleine Bildbereich sowie die Schwierigkeit, kollisionsfreie Aufnahmepfade zu finden.

Das Hauptziel der prämierten Arbeit will diesen Nachteil eliminieren, indem Methoden für optimierte patienten-spezifische Aufnahmepfade berechnet werden. Das resultierende Setup erlaubt es, die Vorteile der CB-CT-Bildgebung zunehmend auf den Anwendungsbereich der interventionellen Radiologie zu übertragen. Damit wird eine verbesserte Behandlung unterstützt.

Einreicher: Sepideh Hatamikia, ACMIT GmbH und Team (Ander Biguri, Gernot Kronreif, Joachim Kettenbach, Tom Russ, Wolfgang Birkfellner)

 

Kategorie: Luft- und Raumfahrt (Sponsor: ecoplus Plattform für Luft- und Raumfahrt)

„Autonom Robot – Navigation System

Um eine schnelle und effiziente Navigation in unbekannten Gebieten, Regionen, sicherzustellen, ist eine rasche Navigation ohne lange Vorlaufzeiten nötig. Das vorgestellte System besteht aus einer vorausfliegenden Drohne und einem bodenbezogenen Roboter. Die Drohne sucht aus der Luft den besten Weg für den bodenbezogenen Roboter, der dann spezielle Aufgaben am Zielpunkt übernehmen kann. Im ersten Schritt erfasst die fliegende Drohne ein sehr großes Gebiet in relativ kurzer Zeit. Aus den erfassten Daten wird die beste Route berechnet. Während der Fahrt des Roboters überwacht die Drohne, um gegebenen falls Fehler zu erkennen. Alle gesammelten Daten können ausgewertet und weiterverwendet werden.

Business-Case: Der Einsatz eines mobilen, weltweit einsetzbaren Robotersystems ermöglicht es Unternehmen schnell, effizient, flexibel und kostengünstig Material in unbekannte Gebiete zu transportieren und Daten über dieses Gebiet zu sammeln.

Einreicher:  Bernhard Stangl, HTL Wiener Neustadt, und Team (Yannick Türk, Niklas Feucht, Raphael Klaus)

 

Kategorie „Start-Up – innovative, technologiebasierte, Geschäftsideen (Sponsor: accent & tecnet equity)

„NetzBeweis“

Das Internet ist aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Es ist Informationsquelle, Kommunikationskanal und Unterhaltungsmedium. Doch leider hat es auch sehr große Schattenseiten. Rechtswidrige Inhalte verbreiten sich durch digitale Medien, Nachrichten u.v.A.m. immer schneller. Ob Hass im Netz, Urheberrechtsverstöße oder Chatverläufe von Instant Messengern - Rechtsverstöße im Internet sind an der Tagesordnung. Viele dieser rechtswidrigen Tätigkeiten lassen sich gerichtlich verfolgen, es müssen nur entsprechende Beweise vorgelegt werden. Und genau hiersetzt NetzBeweis an.

Das Legal Tech Tool hilft bei der Beweissicherung von rechtswidrigen Inhalten im Internet. Mit dem Tool können online Beweise ganz einfach gesichert werden, um diese dann vor Gericht vorzulegen. Für Privatpersonen, die von Hass im Netz betroffen sind, und NetzBeweis für sich selbst verwenden, ist dies kostenlos. Für Unternehmen, die diese Beweise für Ihre Kunden oder Mandanten erstellen möchten (zB Anwälte), ist die Nutzung kostenpflichtig.

Einreicherin: RA Katharina Bisset, Lektorin a.d. FH Wiener Neustadt und Team (Thomas Schreiber, Philipp Omenitsch, Michael Lanzinger)

 

Kategorie: Prototypen und Robotik (Sponsor:  accent & tecnet equity)

In dieser Kategorie gibt es zwei Gewinner:

  1. Next sensor generation towards Green Energy: Introducing the tribo-acoustic pin

Mit dem „Tribo-Akustischen-Pin“ wurde eine neue Generation von Sensoren für tribologische Tests (Reibung, Verschleiß, Schmierung), entwickelt, getestet und die Schutzrechte wurden angemeldet.

Technische Systeme werden meist im geschmierten Zustand betrieben, um den Verschleiß zu minimieren und so eine möglichst lange Lebensdauer zu erreichen. Um die Vorteile von Schmierfilmen ideal nutzen zu können, kann mit dem neuen „Tribo-Akustischen Pin“ schon vorab im Labor eine qualifizierte Evaluierung der Eignung von Schmierstoffen getroffen werden, dies ist z.B. für die Entwicklung zukunftsweisender umweltfreundlicher grüner Schmierstoffe essentiell. Der „Tribo-Akustische Pin“ basiert auf dem Ultraschallprinzip, und ist daher zerstörungsfrei und in-situ an realen Kontaktsituationen in tribologischen Experimenten anzuwenden. Dadurch bietet unser Sensor einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Messmethoden, die eine Veränderung des Systems erfordern würden.

Einreicher: Fabio Tatzgern, Michele Schirru, Markus Varga (AC2T)

 

  1. Compostable Fins

In dem Projekt „Compostable Fins“ geht es darum, die Reduktion von Makro- und Mikro-Plastik in heimischen Gewässern und Meeren voranzutreiben. Finnen von Surfboards brechen gelegentlich ab, versinken im Gewässer und belasten mit dem Bruchstück langfristig die Umwelt. Mit umweltfreundlichen Finnen soll das Surfen nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet, und gleichzeitig die Lebensdauer von Surfboards verlängert werden.

Um ein durch und durch nachhaltiges Produkt für den Markt bereitstellen zu können, ist es notwendig, vom aktuellen 3D Druck-Material und -Verfahren zu einem Spritzgussverfahren überzugehen. Aktuell wird die Forschung nach tauglichen Materialien für das Spritzgussverfahren zur Herstellung der Finnen vorangetrieben. Die Jury hat besonders hervorgehoben, dass, wenn ein passendes Material und Herstellverfahren identifiziert und optimiert werden kann, viele weitere Anwendungsbereiche möglich sind.

Einreicher: Walter Grundböck (Master-Student an der FH Wiener Neustadt)