Neue Mountainbike-Strategie sorgt für ein faires Miteinander
04.07.2018

Neue Mountainbike-Strategie sorgt für ein faires Miteinander

Mountainbiken liegt voll im Trend, vor allem technische Entwicklungen machen den Sport facettenreich wie nie zuvor. Um dieser Nachfrage ein adäquates Angebot gegenüberzustellen bedarf es einem Konzept, das nicht nur auf die Bedürfnisse der Mountainbiker eingeht, sondern auch auf Interessen von Förstern, Grundbesitzern und Wanderern Rücksicht nimmt. Nun wurde in Niederösterreich eine umfassende Strategie ausgearbeitet.

Mountainbiken wird mittlerweile von rund 10 % der österreichischen Bevölkerung regelmäßig ausgeübt. Die letzten Jahre haben in diesem Bereich neue Trends hervorgebracht. Neue Technologien wie eBikes und neue Mountainbike-Modelle sowie neue Fahrtechniken die den Komfort und die Sicherheit maßgeblich erhöhen verändern auch die Bedürfnisse der touristisch höchst relevanten, Zielgruppe. Deshalb wurde seitens Tourismus- und Sportlandesrätin Petra Bohuslav nun eine neue „Mountainbike-Strategie‘‘ auf den Weg gebracht.

 

Herausforderungen nutzen

„Unser oberstes Ziel ist klar: Niederösterreich will sich als attraktive Mountainbike-Destination positionieren. Daher sollen die Mountainbike-Angebote im Miteinander ausgearbeitet werden. Die Interessen von Grundeigentümern, Forstbetrieben, Gemeinden, Jägern etc. sollen stets in die Planung einfließen‘‘, erklärt Landesrätin Bohuslav. Aus diesem Grund wurde in den vergangenen Monaten eine eigene Mountainbike-Strategie entwickelt. „Eines der zentralen Elemente in diesem Konzept ist, dass wir bei der Niederösterreich-Werbung eine eigene Stelle für die touristische Mountainbike-Koordination eingerichtet haben. Diese Stelle soll mit viel Know-how von der Projektidee bis hin zur Umsetzung beratend zur Verfügung stehen‘‘, informiert Bohuslav.

 

Mountainbike & Tourismus

Mountainbiking als Urlaubsangebot ist gefragt, vor allem Gäste aus den umliegenden Nachbarmärkten Ungarn und Tschechien schätzen Niederösterreichs vielfältiges Angebot im Sportbereich - hier schlummert einiges an Potential. Denn Mountainbiker sind durchaus Gäste, die viel an Wertschöpfung in der Region lassen. Die Tagesausgaben liegen bei Nächtigungsgästen bei ca. € 110 pro Tag und bei Ausflugsgästen bei ca. € 60 pro Tag. Niederösterreich hat dieses Potential früh erkannt und schon Ende der 1990er Jahre begonnen, touristische Mountainbike-Routen zu entwickeln.

Mittlerweile verfügt Österreichs größtes Bundesland über ein Mountainbike-Streckennetz von mehr als 4000 Kilometern. Die Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Streckenangeboten wie beispielsweise Single-Trails und Pumptracks und technische Entwicklungen wie das E-Mountainbike generieren neue Zielgruppen. Die Kundenerwartungen sind also völlig anders als noch vor zwanzig Jahren. Diese Veränderungen gilt es aufzugreifen und in attraktive Angebote einfließen zu lassen.

Eine zentrale Anlaufstelle

Bei der Niederösterreich-Werbung wurde mit Unterstützung der ecoplus Regionalförderung eine eigene Stelle für die touristische Mountainbike-Koordination eingerichtet. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki: „Der Radtourismus ist auch bei ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, ein wichtiges Thema, dem sogar ein eigener Förderschwerpunkt gewidmet ist. Es freut uns daher sehr, dieses wichtige Projekt mit der Finanzierung eines Projektmanagements auf Zeit tatkräftig unterstützen zu können.‘‘ Lisa Ribarich, die diese Rolle einnimmt, kommt selbst aus dem Mountainbike-Sport und bringt somit einiges an sportlicher Erfahrungen mit. Im Kindes- und Jugendalter war sie im Cross-Country-Leistungssport tätig. Neben Ausbildungen zum Mountainbike-Guide arbeitet sie als Fahrtechnikcoach im Nachwuchsbereich und auch mit Erwachsenen und kennt somit die Wünsche, Anforderungen und Bedürfnisse vieler Zielgruppen. Ihre Freizeit verbringt die ausgebildete Sportgerätetechnikerin gerne am Enduro- oder Downhillbike. „Im Rahmen des Projektmanagements Mountainbike möchte ich die aktuellen Entwicklungen nutzen, um die Mountainbike-Thematik in Niederösterreich weiter voran zu treiben. Denn aus meiner Sicht und der der Bikerinnen und Biker hat Niederösterreich großes Potential‘‘, so die Mountainbike-Koordinatorin.

 

Die Mountainbike Leuchttürme

Die niederösterreichischen Vorzeigeprojekte – der Mini Bikepark und die Wexl-Trails in St. Corona am Wechsel – bieten eine große Bandbreite an Service und Programm. Attraktive Touren mit unterschiedlichen Trails, touristische Infrastruktur, Shops, Events, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten, laufende Wartung, geführte Touren, Schulungen und Kurse sind hier Standard. Die erfolgreiche Entwicklung von St. Corona am Wechsel zur attraktiven Ganzjahresdestination, die Familien ebenso viel zu bieten hat, wie Mountainbikern – vom Anfänger bis zum Profi – wird von der ecoplus-Tochter Niederösterreichische Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. begleitet und unterstützt.

Aber auch abseits dieser Vorzeigeprojekte soll es eine Grundqualität bei Wegen geben, durchgängige Beschilderung, adäquates Gastronomieangebot und regelmäßige Wartung. Um ein attraktives Angebot gewährleisten zu können, werden weitere Maßnahmen angestrebt. Landesrätin Bohuslav: „So soll es für alle Arten von Projekten eine Versicherung des Landes (Weghalter Haftpflicht) geben, Musterverträge sollen zur Verfügung gestellt werden und ein einheitliches Beschilderungskonzept soll landesweit für Orientierung sorgen.‘‘