Neues Forschungszentrum ABCT in Tulln widmet sich nachwachsenden Rohstoffen
30.05.2018

Neues Forschungszentrum ABCT in Tulln widmet sich nachwachsenden Rohstoffen

Das Thema der Umwandlung von Stoffen, die im Rahmen der Holzverarbeitung entstehen, in biobasierte Produkte, Materialien und Treibstoffe in sogenannten Bioraffinerien werde aktuell in Europa stark vorangetrieben, so Thomas Rosenau, Leiter der Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und des ABCT. Solchen Fragen gingen Forschungsgruppen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen in den vergangenen Jahren im Rahmen eines Christian Doppler-(CD)Labors nach.

Leuchtturmprojekt der Bioökonomie-Strategie

Nach dem Auslaufen des Labors bemühte man sich um eine Weiterführung. Eine externe Evaluation des Forschungsbereichs "Bioökonomie" der Boku zeigte überdies, dass die meisten "guten Ansätze" auf dem Gebiet am Universitäts-und Forschungszentrum Tulln (UFT) beheimatet waren. Der Bericht empfahl überdies, die Anstrengungen in einer Art Leuchtturmprojekt im Rahmen der österreichischen Bioökonomie-Strategie zu bündeln, sagte Rosenau.

Das nunmehrige Forschungszentrum sei vor allem im Verbund mit einer international vernetzten Doktoratsschule mit dem Titel "Advanced Biorefineries: Chemistry and Materials" (ABC & M) langfristig konzipiert.Der wichtigste 'Exportartikel' sind im Prinzip die Leute, die ausgebildet werden, betonte Rosenau. So arbeiten im Rahmen des neuen Zentrums jeweils Firmen mit Doktoranden in insgesamt zwölf Unterprojekten über drei bis vier Jahre zusammen an konkreten Forschungsfragen. Eine Verbindung, die guten Anklang bei Unternehmen und Jungforschern finde.


Die Finanzierung wird gedrittelt

Mit dem Zellstoffhersteller SCA gehe man etwa der Frage nach, wie die im Produktionsprozess anfallende Baumrinde etwa in Isolationsschäume umgewandelt werden kann, um den Rohstoff so nachhaltig zu nutzen, erklärte Rosenau. Mit dem Tullner Start-up Acticell ist auch eine junge Firma dabei, die sich mit einer innovativen und umweltfreundlicheren Methode zum Bleichen von Jeans am Markt behaupten konnte. Weitere Fragestellungen drehen sich zum Beispiel um thermostabile Papiere oder um die sinnvolle Weiterverwendung von Lignin.

Je ein Drittel der Finanzierung - also jeweils 600.000 Euro - kommen von der Boku, vom Land Niederösterreich und den beteiligten Unternehmen. Überdies konnte man bei der "Green Chemistry Challenge" der britischen Royal Society of Chemistry zusätzliche Mittel einwerben.

Quelle: NÖN