Niederösterreich digital – Tipps und Tricks für KMU
10.05.2019

Niederösterreich digital – Tipps und Tricks für KMU

Um als Betrieb im World Wide Web erfolgreich zu sein, braucht es nicht nur gute Angebote, sondern auch das notwendige Know-How. Wie können sich Niederösterreichs kleine und mittelständische Unternehmen in der digitalen Welt behaupten und was können die „Kleinen“ von den „Großen“ lernen? Über diese Fragen diskutierten Wirtschaftstreibende bei der diesjährigen ecoplus business lounge, die gestern in Maria Enzersdorf über die Bühne ging. „Niederösterreich zählt mit seinen koordinierten, aufeinander aufbauenden Angeboten im Bereich Digitalisierung zu den Vorreitern. Vor allem das Haus der Digitalisierung hat bereits international für Aufsehen gesorgt und ist ein Vertreter Österreichs bei einem EU-Programm zum Thema Digitalisierung. Ich lade alle Unternehmen herzlich ein, Teil dieses wichtigsten Digitalisierungsnetzwerks im Land zu werden“, so Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav bei der Eröffnung.

Virtuelles Haus der Digitalisierung – erste Anlaufstelle in Niederösterreich

„Digitalisierung erleichtert den Zugang zu neuen Zielgruppen und Märkten. Erfolg im World Wide Web wird aber langfristig nur jenes Unternehmen haben, das gut informiert ist und die Spielregeln kennt. Bei uns in Niederösterreich ist das virtuelle Haus der Digitalisierung die erste Anlaufstelle für Information und Vernetzung. Die Registrierung ist denkbar einfach und die Nutzung der Services ist kostenlos. Bei aller Digitalisierung darf aber der persönliche Kontakt nicht zu kurz kommen. Veranstaltungen wie die ecoplus business lounge sind eine hervorragende Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen und sich wertvolle Anregungen zu holen“, erläutert Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav.

Dabei unterscheiden sich die Erfolgskomponenten in der digitalen Geschäftswelt gar nicht so viel von den bisherigen, wie Wirtschaftsingenieur, Berater und Autor Ömer Atiker in seiner Keynote aufzeigte. Denn im Kern geht es auch online vor allem darum zu verstehen, was die Kunden wollen und mit den entsprechenden Angeboten zu reagieren. Die Möglichkeiten dazu sind online wesentlich vielfältiger und können individueller angepasst werden, als in der analogen Welt. Entsprechend auch sein Aufruf an die Unternehmen: „Die Zukunft wird bunt! Gestalten Sie sie!“

Unternehmen zeigen, wie's geht

Ein Unternehmen, das die digitale Welt seit mehr als 20 Jahren prägt und gestaltet, ist Google. Der Rat von Google Austria Country Director Christine Antlanger-Winter an kleine und mittelständische Unternehmen: „Für KMU ist es sehr lohnend, das Thema ‚Online‘ mutig anzugehen und die vielfältigen digitalen Möglichkeiten zu nutzen. Vieles kann in kleinen Schritten angegangen werden und gleichzeitig gibt es für Unternehmer keine Grenzen, um groß zu denken.“

Damit die heimischen Unternehmen auch in Zukunft in der digitalen Geschäftswelt erfolgreich unterwegs sein können, werden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht. Die A1 Telekom Austria Group setzt daher verstärkt auf die Nachwuchsarbeit. CEO Thomas Arnoldner: „Wir wollen durch Aktivitäten wie das A1 Coding Lab spielerisch digitales Basiswissen vermitteln. So kann Begeisterung entstehen und der Digitalisierungsfunke schon in jungen Jahren überspringen. Das hilft unsere Kinder fit für die digitale Zukunft zu machen und hält auch den Standort wettbewerbsfähig.“

Die rasant fortschreitende Digitalisierung eröffnet auf der einen Seite ungeahnte Möglichkeiten, gleichzeitig rückt aber auch das Thema Sicherheit und Versorgungssicherheit verstärkt in den Fokus. Wie sich die EVN für den Ernstfall rüstet, erläuterte Vorstands-Sprecher Stefan Szyszkowitz: „Als Betreiber kritischer Infrastruktur steht die Versorgungssicherheit immer im Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Sollte doch einmal etwas passieren, versuchen wir gewappnet zu sein. Erst im vergangen Sommer hatten wir beispielsweise eine Cybersicherheitsübung im Trainingscenter des AIT. Ziel war es, die internen IT-Notfallprozesse vor dem Hintergrund heutiger Cyber-Bedrohungsszenarien zu testen und entsprechende Notfallmaßnahmen zu trainieren.“

Auf die Möglichkeiten, die das virtuelle Haus der Digitalisierung bietet, setzt die Schiner 3D Repro GmbH, die unter anderem originalgetreue 3D-Reproduktionen anatomischer Funktionsmodelle anbietet. Jörn-Henrik Stein, Geschäftsführender Gesellschafter: „Wir sind im virtuellen Haus der Digitalisierung ein ‚Bewohner der ersten Stunde‘. Ausschlaggebend dafür war und ist die Idee der digitalen Vernetzung und gleichzeitiger Möglichkeit der Onlinepräsentation unserer Produkte und Dienstleistungen. Unsere Erfahrungen sind durchwegs positiv und ich kann allen Unternehmen nur raten, hier ebenfalls aktiv dabei zu sein.“

„Dem Kunden genau ‚zuhören‘ und danach handeln“ ist das Erfolgscredo von Klara Dimmel, Co-Founderin der eFriends Energy GmbH. Das Unternehmen zählt zu den Vorreitern im Energy Sharing und beim Stromhandel unter Endverbrauchern. „Der Kunde mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt. Durch die Digitalisierung und Vernetzung haben wir ein neues Geschäftsmodell eröffnet bei dem der Kunde selbstbestimmt über seine Energie entscheidet“, so Klara Dimmel.

Im Mittelpunkt steht der Kunde

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es auch im Bereich der Digitalisierung nicht einen Lösungsansatz für alle Unternehmen und Branchen gibt, sondern dass auch im World Wide Web jeder Betrieb die individuell für seine Zielgruppe passenden Tools und Aktivitäten finden muss. Denn, auch das wurde in der Diskussion bestätigt, im Mittelpunkt steht nach wie vor der Kunde und der Weg zum Erfolg führt über das Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe.

„Die Digitalisierung hilft unter anderem dabei, Unternehmen und Kunden zusammenzubringen. Wer die digitalen Möglichkeiten erfolgreich nutzen will, muss aber informiert sein. Das Haus der Digitalisierung, mit dessen Umsetzung ecoplus betraut ist, bietet eine Vielzahl an themenspezifischen Informationen und vernetzt die User auch mit den wichtigsten Stakeholdern im Land. Wer die Services des virtuellen Hauses der Digitalisierung nutzt, ‚sieht und wird gesehen‘ – eine Win-Win-Situation für alle“, sind sich die ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki und Jochen Danninger einig.