NÖ Wirtschaft setzte auch 2018 auf den Erfolgsfaktor Kooperation
05.01.2019

NÖ Wirtschaft setzte auch 2018 auf den Erfolgsfaktor Kooperation

563 Partner aus Wirtschaft und Forschung mit rund 83.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren mit Ende 2018 in den vier ecoplus Clustern Lebensmittel Cluster NÖ, Bau.Energie.Umwelt Cluster NÖ, Kunstsoff-Cluster und Mechatronik-Cluster in Niederösterreich – vernetzt. Im vergangenen Jahr wurden 78 neue Kooperationsprojekte gestartet, 125 Projekte sind derzeit in Bearbeitung. „Diese Zahlen bestätigen eindrucksvoll die Bereitschaft der heimischen Unternehmen zu überbetrieblicher Zusammenarbeit. Unsere Betriebe haben erkannt, dass durch Kooperation frischer Wind ins Unternehmen kommt, Innovationen angekurbelt werden und der F&E-Anteil gesteigert werden kann. Vor allem mittlere und kleine Betriebe profitieren enorm von der Unterstützung durch die Clusterteams“, erläutert Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

 

Große und langfristige Kooperationsprojekte dominieren derzeit

Seit Beginn der Clusterarbeit im Jahr 2001 wurden insgesamt rund 1.400 Projekte erfolgreich abgewickelt, davon rund 750 Kooperationsprojekte mit insgesamt 4.200 Projektpartnern. Dabei hat sich mit den Jahren der Charakter der Kooperationsprojekte grundlegend geändert. „Die enge Einbindung von renommierten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen hat dazu geführt, dass auch namhafte Leitbetriebe und inhaltliche Impulsgeber der jeweiligen Branchen als Kooperations- und Clusterpartner gewonnen werden konnten. Davon profitieren alle Clusterpartner, vor allem auch die kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Ein Trend geht daher auch zu größeren und längerfristigen Kooperationsprojekten mit einem hohen F&E-Anteil. Es zeigt sich aber auch ein ständig steigendes Interesse der Wirtschaft an Projekten mit qualifizierendem Charakter“, informiert Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.


Interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet neue Perspektiven

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Qualifizierungsprojekt ist das Kooperationsprojekt „Fast Sensorik“ des Lebensmittel Cluster Niederösterreich. Hier wurden den Projektpartnern innovative Methoden zur schnellen professionellen Überprüfung von Geschmack und Geruch vermittelt. Die erlernten Schnellmethoden können auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die keine ausgewiesenen Sensorik-Experten sind, angewendet und rasch ausgewertet werden – innerhalb kürzester Zeit liegen relativ aussagekräftige Ergebnisse vor, die den Betrieben eine gute Basis für die weitere Arbeit liefern. Im Arbeitsalltag ist der Zeitfaktor extrem wichtig, sichere und einfach anzuwendende Schnellmethoden sind hier ein wichtiger Punkt.

Fit für die Herausforderungen der Zukunft werden die Betriebe auch im Qualifizierungsnetzwerk „Kunststoffrecycling“ des Kunststoff-Cluster in Niederösterreich gemacht. Aufgrund neuer europaweiter Richtlinien zur Erhöhung der Recyclingquote muss auch die heimische Kunststoffbranche ihre Anstrengungen deutlich intensivieren. In dem Kooperationsprojekt entwickeln fünf F&E-Einrichtungen sowie 11 Unternehmen gemeinsam ein Schulungsprogramm für Kunststoffrecycling, um so zur Erhöhung von Kompetenz und Innovationsleistung beizutragen und den Wissenstransfer zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern im Bereich Recycling nachhaltig zu intensivieren.

Das Thema Digitalisierung steht im Mittelpunkt des Kooperationsprojekts „Next Reality“ des Mechatronik-Cluster in Niederösterreich. Dabei erarbeiten vier Forschungseinrichtungen gemeinsam mit 22 Betrieben, welche Möglichkeiten sich durch Augmented Reality und Virtual Reality für Remote Support Services ergeben können und welche Auswirkung sich daraus auf die Geschäftsprozesse ergeben bzw. wie die Benutzerakzeptanz ist.

Produktoptimierung steht im Mittelpunkt des Kooperationsprojekts „Schall.Holz.Bau“ des Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich. Hier analysierten neun Unternehmen „ihre“ Außenwandkonstruktionen aus Holz mit dem Ziel, Optimierungsmöglichkeiten für den Schallschutz zu finden. Mit an Bord sind nicht nur Holzbaubetriebe, sondern auch Hersteller von Verbindungsmitteln, Dämmstoffen und Holzwerkstoffen und Akustik-Experten. Durch die Zusammenarbeit von Projektpartnern aus unterschiedlichen Bereichen wurde weit über den Tellerrand geblickt und in Varianten gedacht, die am ersten Blick vielleicht nicht praktikabel erscheinen.

„Für alle Kooperationsprojekte, die in den ecoplus Clusterinitiativen begleitet und umgesetzt werden, gilt: ‚das Ganze ist mehr als Summe seiner Teile‘ – jeder Projektpartner ist Experte auf seinem Fachgebiet und bringt sein spezielles Wissen und seine Erfahrung in die Kooperationsgruppe ein. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Clusterprojekten eröffnet den Unternehmen neue Perspektiven, bringt neue Erfahrungen, neues Know-how und stärkt langfristig die Position unserer Wirtschaft“, so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.