openBIM – neues Kooperationsprojekt macht die heimische Baubranche fit für die Zukunft
11.10.2017

openBIM – Kooperationsprojekt macht die heimische Baubranche fit für die Zukunft

Building Information Modeling (BIM) steht für integrale Planung mit Hilfe eines gemeinsamen digitalen Gebäudemodells. Planer, Konsulenten, Baustoff- und Komponentenhersteller, Gebäudeerrichter und auch Betreiber und Baubehörden sollen auf das gemeinsame digitale Gebäudemodell – den „digitalen Zwilling“ – zugreifen und es bearbeiten können. Doch openBIM als Kommunikationsmethode zwischen den Gewerken muss für eine erfolgreiche Implementierung in die Unternehmen ausprobiert, verfeinert und vor allem auch angewendet werden. Dazu braucht es Zusammenarbeit und Unterstützung. Hier setzt ein neues Kooperationsprojekt des ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich an.

Kooperatives Qualifizierungsprojekt

Die Experten sind sich einig: die durchgehende digitale Vernetzung führt zu höherer Produktivität, sinkenden Kosten und kürzeren Reaktionszeiten bei Lieferanten- und Kundenanfragen. Allerdings, so die Expertenmeinung, nutzen bislang weniger als sechs Prozent der niederösterreichischen Baufirmen durchgehend digitale Tools.

„Unternehmen, die sich heute mit Digitalisierung beschäftigen, legen damit die Basis für den Erfolg von morgen, und das gilt nicht nur für die Branchengrößen, sondern vor allem auch für kleine und mittelgroße Betriebe. Das neue Kooperationsprojekt des ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich hat dabei Vorbildcharakter und wir gehen davon aus, dass sich bald weitere Betriebe dafür interessieren“, erläutert Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Learning-by-doing anhand von Pilotprojekten

In einem ersten, vom ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich initiierten und begleiteten kooperativen Qualifizierungsprojekt konnte das grundlegende theoretische BIM-Wissen bei den teilnehmenden Unternehmen verbessert und Vorbehalte ausgeräumt werden. In einem weiteren Schritt werden die Projektpartner nun im Kooperationsprojekt „BIM@Hersteller und Planer“ nach dem Motto learning-by-doing anhand von Pilotprojekten die integralen Planungsprozesse und den Datenaustausch in ihren Betrieben praktizieren. Natürlich unter intensiver Begleitung durch erfahrene Spezialisten.

In einer Vorbereitungsphase werden in fünf Modulen die einzelnen BIM-Methoden erarbeitet. Parallel werden von den Projektpartnern Geometrie- und Objektdaten des Gebäudemodells ausgetauscht und die notwendigen Schnittstellenparameter optimiert.

Weitere openBIM Aktivitäten geplant

Nach Ablauf der Implementierungsphase im Jänner 2018 werden die teilnehmenden Unternehmen konkrete Erfahrungen mit openBIM haben: insbesondere in den Bereichen Datenaustausch mittels IFC bzw. BCF, Visualisierungstools, Kollisionskontrolle, automatische Mengen- und Kostenermittlung sowie bei der Erstellung optimierter, anwendungstauglicher BIM-Objekte. Und der Cluster lässt die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt in weitere openBIM-Aktivitäten einfließen – um sein Netzwerk bestmöglich zu servicieren.

„Die Heterogenität der Gruppe, die verschiedenen Erfahrungslevels der Beteiligten, das Zusammenspiel der Gewerke – all das begünstigt den Umsetzungsprozess. In kooperativen Vorhaben ist das Ganze mehr als die Summe der Einzelteile, wie der Bau.Energie.Umwelt Cluster in zahlreichen Projekten bereits erfolgreich gezeigt hat“, resümiert ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

Projektpartner:

externe Begleitung:

Das Kooperationsprojekt „BIM@Hersteller und Planer“ wird mit Mitteln des NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds gefördert.