Potenziale von Holzbau-Außenwänden im Schallschutz
09.09.2019

Potenziale von Holzbau-Außenwänden im Schallschutz

Das Kooperationsprojekt „Schall.Holz.Bau“ fokussierte die Bauakustik von Außenwänden im Holzbau. Durch die intensive Zusammenarbeit und den Know-how-Austausch aller Projektpartner konnten relevante „Stellschrauben“ für die bauakustische Verbesserung gewählter Konstruktionen identifiziert werden. Eine nun vorliegende Publikation fasst die wesentlichen Erkenntnisse für die Branche zusammen.

Bauakustische Optimierung von Holzbau-Außenwänden

Aus der Erfahrung von „in situ“-Messungen und aus den Erkenntnissen von Vorprojekten (z.B. Kooperationsprojekt „Bauanschluss“) wurden bereits Indizien für Verbesserungspotentiale festgehalten. Diese waren Ausgangspunkt für die Konstruktionsoptimierungen im vorliegenden Projekt. Wesentliche Einflussfaktoren dabei sind:

  • Konstruktion & Material
  • Verarbeitungstechnik
  • Prozesssicherheit & Wiederholbarkeit

Die Projektpartner (Holzbau- und Zulieferunternehmen) analysierten und optimierten im Projekt „Schall.Holz.Bau“ gemeinsam gängige Außenwand-Konstruktionen im Holzbau auf ihre bauakustischen Eigenschaften. In Testreihen quantifizierten sie diese in der Versuchsanstalt TGM, Fachbereich Akustik und Bauphysik und dem Akustik Center Austria. Ziel war generell, die Mechanismen in der Bauakustik besser zu verstehen.

Bauakustische „Stellschrauben“

Geteilte Ständerwerke bei Holzriegelkonstruktionen, möglichst wenig Schraubpunkte, ergänzende Aufbauschichten – dies und vieles mehr sind Parameter für den Schallschutz von Außenwand-Konstruktionen im Holzbau. In welcher Weise und wie hoch die Beeinflussung ausfällt, darüber gibt die vorliegende Publikation Auskunft.

Fazit und Ausblick

Durch die Kenntnis über die Wirksamkeit verschiedener Verbesserungsschritte und deren Nachweis können Außenwände im Holzbau mit branchenüblichen Maßnahmen neben den baurechtlichen Anforderungen der OIB Richtlinie 5 (2019) auch die Anforderungen der höheren akustischen Komfortklassen nach ÖNORM B 8115-5 (2012) erfüllen. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für Konstruktionsentwicklungen bei den Projektpartnern mit Fokus Bauakustik und verdichtetem, mehrgeschossigen Holzbau.

Mit diesem Wissen kann Gebäude-Nutzerinnen und -Nutzern bereits zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung die schalldämmende Wirkung von Wandaufbauten erklärt und in speziellen, akustisch besonders ausgestatteten Wahrnehmungsräumen zudem auch hörbar gemacht werden (Auralisation). Potenzial liegt dabei auch in der Zusammenführung der technischen Informationen mit der 3D-Geometrie der Gebäudeplanung und in einem nächsten Schritt die Nutzung der akustischen Daten für den Einsatz in BIM (Building Information Modeling) und VR (Virtual Reality).

Projektpartner + Unterstützer

Projektleitung + wissenschaftliche Begleitung

 

Das Kooperationsprojekt Schall.Holz.Bau wurde von 2016-2018 umgesetzt und mit Mitteln des NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds gefördert. Der ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich begleitete das Projekt Schall.Holz.Bau bei der Konzeptionierung, Umsetzung sowie Dissemination.

Folgeprojekt „Schall.Holz.Bau II“

Der hohe Erkenntnisgewinn motivierte die Unternehmen auch andere Bauteile unter die bauakustische Lupe zu nehmen: Das Kooperationsprojekt „Schall.Holz.Bau II“ widmet sich Trennbauteilen im mehrgeschossigen Holzbau.

Kooperationsprojekte und Aktivitäten des Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich zum Fokusthema konstruktive Effizienz

Kontakt

Johannes Zeilinger
+43 664 601 19661

 

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