Präsentation der Projektergebnisse „AÖLI – Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion“
26.07.2017

Präsentation der Projektergebnisse „AÖLI – Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion“

Am 27. Juni trafen sich 50 Abfallvermeidungs-Interessierte in der Wirtschaftskammer St. Pölten und diskutierten über Maßnahmen zur Abfallvermeidung in den verschiedenen Branchensegmenten der Nahrungs- und Genussmittelproduktion.

Ressourcenschonung in der Lebensmittelproduktion

Über Intention und Hintergrund des Projektes informierte in Ihrem Keynote Vortrag Christine Hochholdinger (BMLFUW, Abteilung V/6: Abfallvermeidung, -verwertung und –beurteilung). Josef Domschitz vom Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie der WKO beschrieb die derzeitige Abfallsituation entlang der Wertschöpfungskette österreichischer Lebensmittel.
Während valide Abfalldaten aus Handel, Gastronomie & Gemeinschaftsverpflegung und Haushalt bereits erhoben wurden, gibt es für die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion nur Schätzungen. Das Projekt „AÖLI – Abfallvermeidung in der Österreichischen Lebensmittelproduktion“ ergänzt mit seinem Datenmaterial die Abfallzahlen entlang der Wertschöpfungskette und zwar detailliert für 10 Produktbereiche der Nahrungs- und Genussmittelproduktion. Anhand von Sortieranalysen und Online-Befragung wurden Lebensmittelabfälle qualitativ und quantitativ erhoben und über diese Daten auf die Situation für ganz Österreich hochgerechnet.

Daten und Fakten der einzelnen Branchen

Die Ergebnisbroschüre kann auf der Website des Österreichischen Ökologie Instituts herunterladen werden:
http://www.ecology.at/lebensmittelabfaelle_ind_aoeli.htm
Trotz effizienter Produktionsverfahren fallen pro Jahr 121.800 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an. Fast die Hälfte entstehen in der Branche Backwaren (51.700 Tonnen). 35.000 Tonnen davon sind Brot und Gebäck, die der Lebensmitteleinzelhandel im Zuge von Retourwaren an die Produzenten zurückschickt. Des Weiteren ergab die Studie, dass in der österreichischen Lebensmittelproduktion 1.3 Mio. Tonnen pro Jahr nicht vermeidbare organische Nebenprodukte (Ölpresskuchen, Biertrester, Obst-Gemüse Reste) anfallen.

Zieht man in Betracht, dass der Wareninput in der österreichischen Lebensmittelproduktion 10 Mio. Tonnen beträgt, gehen im Zuge des Herstellungsprozesses 1.5 Mio. Tonnen verloren. Dies entspricht 14% des eingesetzten Wareninputs - davon wäre 1% vermeidbar. Nähere Details finden Sie in der Pressemeldung.
AÖLI wurde unterstützt vom Landwirtschaftsministerium (BMLFUW), dem Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (WKO), der Umweltabteilung Arbeiterkammer sowie Efficient Consumer Response Austria (ECR). Finanziert wurde das 18 monatige Projekt durch die Abfallvermeidungs-Förderung der österr. Sammel- und Verwertungssystem für Verpackungen mit Unterstützung von Reclay UFH.
Projektpartner waren das Österreichisches Ökologie-Institut (ÖÖI), Pulswerk GmbH, die Fachhochschule Wiener Neustadt, Campus Wieselburg, der Lebensmittelcluster Oberösterreich sowie der Lebensmittel Cluster Niederösterreich.

Einfälle gegen Abfälle

In einem Folgeprojekt sollen einfache Vermeidungsmaßnahmen („low hanging fruits“) durch branchenspezifische Schulungen innerhalb von Lebensmittelbetrieben umgesetzt werden. Außerdem wird Weitergabe von Lebensmitteln (Die Wiener Tafel, Sozialmärkte) präsentiert oder die Verwertung von Nebenprodukten und Reststoffen in nachgelagerten Industriezweigen diskutiert. Das verschafft nicht nur ein gutes Gewissen sondern spart Ihrem Unternehmen auch eine Menge Geld und Ressourcen.

Bei Interesse wenden Sie sich an:

Lebensmittel Cluster Niederösterreich
DI Dr. Martina Zederbauer
+43 2742 9000-19676