Projektidee/Konzept „glas.klar“
01.05.2019

Projektidee/Konzept „glas.klar“

Verglasung bei Fenster und Fassaden stand im Fokus des Innovationsworkshops "glas.klar" des Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich im November 2018. Gemeinsam mit Herstellern, Verarbeitern, Planern und weiteren Experten wurden zahlreiche Bedarfe und Problemstellungen der Verglasungs-Branche identifiziert.

Motivation

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Fensterglasaufbauten (Beschichtung, Glasstärken, Glasanzahl, Folien, Glasabstände, Abstandhalter, Gasfüllung usw.) resultiert eine Unzahl an Parametern beim Fensterglas. Diese erfordern bei ganzheitlicher, auch planerischer, Betrachtungsweise aller Zielanforderungen Kenntnis über die Auswirkungen aller Variationen des Scheibenaufbaus auf dessen Eigenschaften, welche sich jedoch oft konträr gegenüberstehen. Zudem muss von jedem Glasaufbau ein Nachweis erbracht werden (je Verarbeiter, je Bauvorhaben). Insbesondere in akustischer Hinsicht gilt es diese Herausforderungen zu meistern, wie sich in Cluster-Vorprojekten zum Thema Schallschutz gezeigt hat.

Weiterentwicklung in einem Branchenprojekt

Auf Basis von Inputs von Herbert Müllner/TGM Versuchsanstalt Akustik u. Bauphysik, Heinz Hackl/Velux Österreich/Projektpartner „Gebäudesoftskills“, Rudolf Exel/ACOM Research, Andreas Mader/LiSEC Austria wurden gemeinsam mit allen Anwesenden Bedarfe und Themen für eine Weiterentwicklung erarbeitet.

Resultierend daraus haben wir einen Vorschlag für ein Branchenprojekt skizziert. Dieser wird folgend allen Interessierten aus der Branche beim nächsten Workshop vorgestellt und zur Mitgestaltung eingeladen:

Identifizierte Bedarfe = Basis für geplantes Branchenprojekt


Ziel:
Transparenz schaffen, Reduktion der Komplexität der Glasaufbauten, Planbarkeit und Quantifizierung der Einflussparameter

Mit der Erarbeitung eines Planungswerkzeuges wird Transparenz geschaffen, die Komplexität der Glasaufbauten reduziert sowie die Quantifizierung der Einflussparameter planbarer gemacht. Denn die Eigenschaften für eine Glasbestellung müssen bereits bei der Planung (vor Ausschreibung) geklärt sein. Daher wäre es ideal, wenn es Typen von Glasaufbauten (z.B. Anforderungsblatt) mit auswählbarem Randverbund gäbe. Im Detail betrifft dies folgende Bereiche, in denen Handlungsbedarf identifiziert wurde:

  • Wärmeschutz: Standardlösungen, Sonderlösungen für Nur-Glas-Ecken, bodengleiche Glaseinbauten etc.
  • Schallschutz: freuquenzabhängig inkl. tiefe Frequenzen, flächenbezogen, abhängig von VSG-Folien, Datenbasis ermitteln und Glaspaket-Empfehlungen entwickeln. Einbeziehen: Typische Frequenzkurven pro Konstruktion – Konstruktion hat wesentlichen Einfluss auf den Schallschutz des Fensters. Bewusstsein schaffen für die Wirkung von Fensterkonstruktionen auf das Gesamtergebnis.
  • Brandschutz
  • Statik der Absturzsicherung: normierte Glaspakete entwickeln (derzeit tw.Überdimensionierung aufgrund der hohen deutschen Anforderung gegeben), Regelaufbauten analysieren, optimieren bzw. entwickeln.
  • Glasstatik: Scheibenkombinationen je nach Anforderung, teilautomatisierte Planung. Zusammenführen von bestehenden Daten.
  • Lichttransmission tv einbeziehen, Durchsichtsqualitäten definieren
  • UV/Spektrum: einbeziehen, messen
  • BIM-Tauglichkeit des Planungstools
  • Dichtstoffe:
    • Verträglichkeit von Dichtstoffen und Klebestoffen mit angrenzenden Materialien
    • Schallschutz: Quantifizierung des Einflusses von Dichtstoffen (Materialien) und Verarbeitung

Daraus können weitere Maßnahmen resultieren:

  • Broschüre vom Verarbeiter für deren Kunden mit den Leistungsdaten der Verglasungen und Interpretation der Inhalte, Anleitung zum Feststellen der Produktspezifika (Foliendicke, Glasdicke, …) zur Kontrolle und Qualitätssicherung, ko-Kriterien identifizieren.
  • Qualifizierungsmaßnahme für Fensterhersteller, einzelbetrieblich bei den Projektpartnern mit den jeweiligen Kunden.

Bei Rückfragen und Interesse
Vera Weiß
+43 664 601 19667