Traiskirchner Kunststoff-Spezialist mit Up-Cycling international erfolgreich
01.09.2018

Traiskirchner Kunststoff-Spezialist mit Up-Cycling international erfolgreich

Seit 25 Jahren zählt der Unternehmer Christian Wind mit seinen beiden Betrieben – der Wind GmbH und der Thermoplastkreislauf GmbH – am Standort Traiskirchen zur ersten Liga der heimischen Kunststoff-Branche. Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav gratulierte zum Jubiläum und enthüllte eine „Real Time CO2 Einsparungsanzeige“: „Vor allem die Thermoplastkreislauf GmbH ist eine wahre Technologieschmiede im Bereich Kunststoff-Recycling. Es ist beeindruckend, wie viel der Partnerbetrieb des ecoplus Kunststoff-Cluster auf diesem Gebiet bereits erreicht hat. Hier bestätigt sich, dass auch kleine, regionale Betriebe Innovationstreiber sein können und sich so erfolgreich am internationalen Markt positionieren.“

Kunststoffabfälle sind wertvolle Rohstoffe für das Up-Cycling

Kunststoff ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und in so gut wie jedem modernen Produkt zu finden. Umso wichtiger ist es, dass die Produkte am Ende ihrer Lebensdauer nicht in den Müll wandern, sondern recycelt werden. „Kunststoffabfälle sind wertvolle Rohstoffe, die im Sinn einer wirtschaftlich und ökologisch zielführenden Kreislaufwirtschaft genützt werden müssen. Die Thermoplastkreislauf GmbH ist ein Vorreiter auf dem Gebiet des Up-Cyclings und das Know-how des Traiskirchner Familienunternehmens wird künftig noch stärker nachgefragt werden – Stichwort Europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft. Als Wirtschafts- und Technologielandesrätin freut es mich sehr, dass ein heimischer Unternehmer hier so hoch innovativ unterwegs ist. Ich gratuliere Christian Wind daher nicht nur sehr herzlich zum Jubiläum, sondern auch zur beeindruckenden CO2-Einsparung der letzten 25 Jahre“, so Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav.


Was sind Thermoplaste?

Thermoplaste sind Kunststoffe, die sich in einem bestimmten Temperaturbereich verformen lassen. Durch das sogenannte Compoundierverfahren werden Zusatzstoffe beigefügt, durch die die Thermoplaste unterschiedliche Eigenschaften bekommen und so punktgenau auf die individuellen Kundenwünsche zugeschnitten werden können. Die Thermoplastkreislauf GmbH produziert aber keine Standardregranulate, sondern Compounds auf Recycling-Basis, die der Kunde zu 100 Prozent statt Neuware verwenden kann.

„Mit den von uns entwickelten Recycling- beziehungsweise Up-Cycling-Verfahren können im Vergleich zur Neuwaren gut 50 Prozent CO2 eingespart werden. Wie in Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben berechnet wurde, ist es uns in den vergangenen 25 Jahren gelungen, insgesamt mindestens 25.000 Tonnen CO2 einzusparen. Und das ist eine sehr konservative Schätzung, denn 2017 haben wir 3.450 Tonnen CO2 eingespart und im heurigen Jahr bis Ende August 2018 bereits 2.822 Tonnen. Bis Jahresende werden es rund 5.000 Tonnen CO2 sein. Die neue ‚Real Time CO2 Einsparungsanzeige‘ am Eingang zum Firmengelände macht diesen Erfolg ab sofort sichtbar“, freut sich Geschäftsführer Christian Wind. Für die nächste Zukunft plant das Unternehmen den Neubau eines modernen zukunftsorientierten Büros am Werksgelände, sowie die Anschaffung einer hochsensiblen Sortieranlage, um noch besser auf die Kundenwünsche eingehen zu können.


Herr Wind ist engagierter Beirat im Kunststoff-Cluster

Um bei der Entwicklung zukunftsorientierter Technologien langfristig erfolgreich sein zu können, braucht es die richtigen Partner aus Wirtschaft und Forschung. „Herr Wind ist mit seinem Unternehmen nicht nur seit rund 14 Jahren Partner im Kunststoff-Cluster, sondern auch als langjähriger Beirat im Cluster engagiert. Die Themoplastkreislauf GmbH zeigt eindrucksvoll, was durch Kooperation und die Einbindung der heimischen Forschungsinfrastruktur alles erreicht werden kann“, erläutert ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

So hat das Clusterprojekt „Rec2TecPart“ wesentlich zum Wissensaufbau im Bereich Up-Cycling beigetragen. Die Thermoplastkreislauf GmbH hat mit diesem Kooperationsprojekt 2016 gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung an der Montanuniversität Leoben den Energy Globe Styria Award in der Rubrik „Forschung“ gewonnen.