Junger Mann mit dem Handy
westend 61/Uwe Umstätter
22. Januar 2026

8. Round Table der Initiative "Alternative Proteins4Food"

Unter dem Motto „Ernährung im Wandel: Chancen und Risiken pflanzenbasierter Lebensmittel“ fand am 20. Jänner 2026 an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten der 8. Round Table der Initiative „Alternative Proteins4Food“ statt. Die Veranstaltung bot rund 70 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung ein vielfältiges Programm aus Fachvorträgen, Praxisinputs und Verkostungen. Das Event wurde vom ecoplus Lebensmittel Cluster und der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten organisiert. 

Im Zuge der Fachveranstaltung wurden Chancen, Herausforderungen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um pflanzenbasierte Ernährung beleuchtet. Zu Beginn strich Barbara Wondrasch, Departmentleiterin Gesundheit und Institutsleiterin für Gesundheitswissenschaften USTP, die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung hervor: „Die Vorteile sind wissenschaftlich gut belegt, insbesondere in der Prävention und Therapie chronischer Erkrankungen. Vor allem die Kombination von Ernährung und Bewegung zeigt viel Erfolg und ist daher auch Forschungsschwerpunkt am Department Gesundheit der USTP. Angesichts der Klimakrise, die eng mit Ernährungssystemen verbunden ist, kommt Gesundheitsberufen eine Schlüsselrolle zu: Sie können evidenzbasierte Ernährung sowohl für die menschliche als auch für die planetare Gesundheit wirksam in die Praxis übersetzen.“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neue Erkenntnisse rund um evidenzbasierte Ernährung. Petra Rust von der Universität Wien zeigte, wie aktuelle Ernährungsforschung in moderne Ernährungsempfehlungen übertragen wird und wie die Ernährungswissenschaft auf gesellschaftliche Herausforderungen reagiert. Elisabeth Höld von der USTP präsentierte aktuelle Studien zur Frage, welchen Einfluss pflanzenbasierte Ernährung auf Kniearthrose hat. Im Anschluss bot ein Praxisbericht von Theres Rathmanner, Gründerin der „Schule des Essens“, Einblicke, wie pflanzenbasierte Lebensmittel erfolgreich in den Alltag, besonders von Kindern und Jugendlichen, integriert werden können. Die erste Verkostung des Tages knüpfte an diese Erfahrungswerte an. 
 

Herausforderungen rund um pflanzenbasierte Ernährung

Regine Schönlechner, BOKU, und Janis Schönlechner beleuchteten in einer vorwissenschaftlichen Arbeit das Potenzial proteinreicher pflanzenbasierter Lebensmittel und deren Beitrag zur Deckung unterschiedlich hoher Proteinbedarfe – vom Durchschnittshaushalt bis zum Kraftsport. Eva Wagner, BOKU, gab Einblicke in mikrobiologische Dynamiken „Future Food“-Produkte und zeigte auf, dass Mikroorganismen in der Lebensmittelentwicklung sowohl positive Einflüsse wie Geschmack als auch negative Aspekte wie den Verderb haben können. Die zweite Verkostung des Tages stand im Zeichen von Sensorik. Elisabeth Buchinger, SENSORIKUM, und Eva Derndorfer, führende Expertinnen für Lebensmittelsensorik, präsentierten Ergebnisse aus einem Sensorik-Kooperationsprojekt und diskutierten, wie die Akzeptanz pflanzenbasierter Produkte schnell und einfach gemessen werden kann. Wie bei allen Lebensmitteln ist es auch bei pflanzenbasierten Produkten wichtig, dass sie der Zielgruppe schmecken. Sensorische Schnellmethoden sind ein wichtiges Werkzeug, um zu messen, wie die Produkte am Markt ankommen und welche Emotionen sie auslösen.

Initiative „Alternative Proteins4Food“

Die vom ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich koordinierte Initiative „Alternative Proteins4food“ bündelt Expertise und Akteurinnen und Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Ziel ist es, pflanzenbasierte und alternative Proteinquellen zu fördern, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu bringen und Unternehmen beim Transformationsprozess zu unterstützen. Aktuell tauschen sich im Proteinnetzwerk bei Workshops und Veranstaltungen Interessierte über Produktentwicklung und Verarbeitungstechnologien aus. Der ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ initiiert gemeinsam mit diesen innovativen Lebensmittelproduzenten Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um gemeinsam mit der Wissenschaft komplexe Fragestellungen rund um pflanzenbasierte Proteinrohstoffe und deren Verarbeitung zu beantworten“, fasste Magdalena Resch, ecoplus Geschäftsfeldleiterin Cluster & Plattformen NÖ zusammen.

Die ecoplus Cluster und Plattformen bilden gemeinsam mit den Technopolen das NÖ Innovationsökosystem, das von ecoplus umgesetzt und von der Europäischen Union kofinanziert wird.

Ihr Kontakt für weitere Rückfragen:

Markus Steinmaßl

Leiter Unternehmenskommunikation
E: m.steinmassl@ecoplus.at