Clusterpartner im Fokus: Georg Bamberger, Geschäftsführer Soy Austria
Soy Austria ist führender Anbieter für natürliche, nachhaltige und non-GMO Sojalösungen für die Lebensmittelindustrie. Als familiengeführtes Unternehmen mit langjähriger Tradition verbindet Soy Austria europäische Qualitätsstandards und Pioniergeist mit tiefem Branchenverständnis und Innovationskraft. Mit hoher Expertise in europäischen Märkten, Anwendungen und Produktentwicklung entstehen hochwertige Soja-Ingredients und individuell angepasste Lösungen für unterschiedlichste Kundenbedürfnisse. Im Development & SOYlution Center entwickelt Soy Austria gemeinsam mit Kundinnen und Kunden, Hochschulen und Forschungspartnerinnen und -partner zukunftsorientierte Anwendungen mit Fokus auf Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Premiumqualität.
Willkommen im Netzwerk! Soy Austria bringt sich seit 2026 als neuer Clusterpartner im ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich aktiv ein und beteiligt sich auch am Kooperationsprojekt COFFE. Welchen Mehrwert erwarten Sie sich von der Zusammenarbeit im Netzwerk?
Wir freuen uns sehr, als neuer Teil der Gemeinschaft zuzustoßen! Wir als Soy Austria suchen in diesem Netzwerk den Kontakt zu anderen Markteilnehmenden und möchten uns engagiert im Informationsaustausch zwischen allen Akteurinnen und Akteuren einbringen. Als bereits etablierter Hersteller für sojabasierte Nahrungsmittel suchen wir das Gespräch sowohl mit Kundinnen und Kunden als auch mit anderen Marktteilnehmern in der Branche. So wollen wir sicherstellen, den wachsenden Anforderungen und den Entwicklungen des Marktes gerecht zu werden. Hier lege ich besonders großen Wert darauf, ein Gefühl für die wachsenden Kundenanforderungen zu bekommen.
Viele Menschen denken bei Soja sofort an Tofu oder pflanzliche Drinks. Wo begegnen uns Zutaten von Soy Austria, ohne dass wir es auf den ersten Blick vermuten würden? Gibt es Produkte, bei denen die meisten Konsumentinnen und Konsumenten überrascht wären, dass darin Soja aus Österreich enthalten ist?
Ein Blick auf Zutatenliste zahlreicher alltäglicher Produkte reicht: beispielsweise enthalten viele Gebäckstücke wie Keks- und Waffelprodukte Sojamehl. Dieses verbessert bereits in geringen Mengen die Backeigenschaften vieler Produkte substanziell. Durch den Zusatz ausgewählter sojabasierten Zutaten ist unter anderem ein verbesserter Geschmack, die Reduktion von Zucker und die Erhöhung des Proteingehalts möglich. Tatsächlich sind wir selbst regelmäßig überrascht, auf wie viele kreative Weisen man die Sojabohne, welche wirklich eine hochfunktionelle Pflanze und Proteinquelle ist, einsetzen kann. Hier haben wir noch viele Ideen, und freuen uns diese in Zukunft mit unseren Kunden umsetzen zu können. Tatsächlich haben wir auch ein Application Center, in welchem wir Produktinnovationen testen und weiterentwickeln. Ganz nach dem Motto: SoyAustria – natural Soylutions.
Wenn Sie auf die Entwicklung von Soy Austria zurückblicken: Was waren die größten Herausforderungen auf dem Weg vom Familienunternehmen zum international erfolgreichen Unternehmen? Und welche Rolle haben dabei Ihre familiären Wurzeln und Werte gespielt?
Als Müllereibetrieb war es uns schon immer wichtig qualitativ hochwertige Lebensmittel anbieten zu können. Während der letzten Jahrzehnte ist unser Markt auf internationaler Ebene stark gewachsen und somit natürlich auch die Qualitätsanforderungen. Als SoyAustria haben wir diese Aufgabe super gemeistert und sind trotzdem unseren Wurzeln treu geblieben. Das ist nicht selbstverständlich und darauf sind wir sehr stolz. Diesen Gedanken, also seinen Wurzeln treu zu bleiben, haben wir als Familienbetrieb besonders stark verankert und er hilft uns bis heute. Außerdem ist uns das Interesse, gesunde und nachhaltige Lebensmittel zu erzeugen, als Mühlenbetrieb ja quasi in die Wiege gelegt worden und das Wissen über die Verarbeitung von Getreide und Soja wurde über Jahre hin weitergegeben. Dass das Unternehmen über Jahrzehnte diese ganzen Herausforderungen meistern konnte, haben wir natürlich auch unseren Mitarbeitern zu verdanken.
Soy Austria leistet mit gentechnikfreiem Soja einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich und Europa. Welche Verantwortung sehen Sie dabei für Ihr Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf Herkunft, Qualität, Rückverfolgbarkeit und Transparenz?
Genau diese Verantwortung ist das, was Soy Austria – natural Solutions auszeichnet. Wir haben unseren Produktionsschwerpunkt bewusst auf hochwertigen und gentechnikfreien Soja gesetzt, ein Rohstoff, der ein wichtiger Teil einer nachhaltigen Ernährungswende ist. Wir sehen es als unsere tägliche Aufgabe im Team mit unseren Mitarbeitenden daran zu arbeiten, dieser Verantwortung gegenüber Kundinnen und Kunden, und natürlich auch unserem Planeten, gerecht zu werden. Dazu zählen neben dem erwähnten Nachhaltigkeitsgedanken natürlich auch hohe Verarbeitungsstandards. Rückverfolgbarkeit und Transparenz sind wir dem Kunden im Zuge unserer Qualitätsziele geschuldet. Ein hochwertiges Produkt ist es dann, wenn klar ist, wo es herkommt. Als Unternehmen sehen wir unsere Verantwortung darin, dem Markennamen Soy Austria – natural soylutions gerecht zu werden und unseren Kundinnen und Kunden dabei zu unterstützen, konsumentengerechte Lebensmittel herzustellen.
Soja gilt im Vergleich zu vielen anderen Proteinquellen als ressourcenschonend. Welche Herausforderungen sehen Sie entlang der Wertschöpfungskette?
Trockene Jahre wie dieses, 2026, zeigen, dass Unsicherheiten in der Landwirtschaft uns alle betreffen. Die Feldfrucht Sojabohne dient als Grundlage in unserem gesamten Verarbeitungsprozess und ihr Ertrag kann, wie bei jeder anderen Pflanze, stark schwanken. Wir vertrauen darauf, dass die Sojabohne auch in Zukunft durch ihr Auskommen ohne Stickstoffdünger und die großen Proteinmengen, die auf geringer Fläche erzielt werden können, stabile Erträge liefert. Anbauverträge und Proteinprämien sollen die Versorgung nachhaltig sicherstellen, ohne große Transportwege in Kauf nehmen zu müssen. Ein direktes Arbeiten mit den Landwirtinnen und Landwirten ist uns dabei ein großes Anliegen. Durch diese Maßnahmen können wir trotz wachsender Herausforderungen an die Agrarwirtschaft und an uns als Unternehmen Jahr für Jahr eine umweltfreundliche Produktpallette liefern, deren Eiweißbasis gut zur menschlichen Ernährung passt und die stets faire Preise bietet.
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Worauf sind Sie persönlich am meisten stolz, wenn Sie heute auf die Entwicklung von Soy Austria blicken?
Wir haben es als Familienbetrieb geschafft, also mein Bruder Josef, unsere Mitarbeitenden und ich, die Marke Soy Austria zu dem zu machen, was sie heute ist. Wir sind stolz darauf, eine bedeutende Rolle in der Branche einzunehmen und mit flexiblen Soylutions Aufgaben der Zukunft zu meistern. Außerdem war und ist es uns sehr wichtig auch bei einem zunehmend internationalen Markt, im engen Kontakt mit unseren Zulieferern, also den Landwirten zu bleiben. Ich sehe dies als essenziellen Teil unseres Geschäftes an und denke, dass wir dem bis heute treu geblieben sind. Natürlich wollen wir die Beziehungen in Zukunft weiter stärken.
Zur Person:
Georg Bamberger, geb. 1970 als jüngstes Kind in der Familie Bamberger, lebenslanges Arbeiten im Betrieb, heute Geschäftsführer
Vielen Dank für das interessante Gespräch und die Einblicke in die Welt von Soy Austria. Für die weitere Entwicklung des Unternehmens wünschen wir Ihnen und Ihrem Team viel Erfolg, innovative Ideen und alles Gute für die Zukunft und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Cluster Netzwerk.