Clusterpartner im Fokus: Katarina Vidovic Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagerin bei binca
Die binca manufaktur in Perschling ist ein Unternehmen der binca group, einem Spezialisten für Food-Solutions mit Schwerpunkt auf Fisch und Seafood. In der Manufaktur können Fisch und Seafood portioniert und veredelt werden. Zu den Kunden gehören der Lebensmitteleinzelhandel und -großhandel, der Foodservice-Bereich und die Industrie. In Österreich bedienen sie im Segment Lebensmitteleinzelhandel exklusiv SPAR. Das Unternehmen arbeitet eng mit Fischern, Züchtern und weiteren Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen, um sicherzustellen, dass die Produkte höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards entsprechen.
Die binca manufaktur hat ihren Sitz in Perschling, wenige Kilometer von der niederösterreichischen Landeshauptstadt entfernt. Wieso wurde dieser Standort von Ihrem international tätigen Unternehmen ausgewählt und welche Vorteile bringt Ihr Unternehmen für die Region?
Unser Unternehmensstandort in unmittelbarer Nähe zur Stadt St. Pölten bietet uns eine zentrale Lage mit optimaler Verkehrsanbindung. Dadurch sind wir für Partner, Lieferanten und Kunden schnell und unkompliziert erreichbar und können unser Netzwerk effizient pflegen. Mit unserer binca manufaktur in Perschling schaffen wir zudem wertvolle neue Arbeitsplätze in der Region. Gleichzeitig übernehmen wir eine wichtige Rolle als Imageträger für eine verlässliche Lebensmittelversorgung im Bereich Fisch & Seafood in Österreich.
Frau Vidovic, Sie arbeiten seit Jahreswechsel im strategischen Bereich der binca development im Bereich Nachhaltigkeit und strategisches Qualitätsmanagement. Was ist Ihr Ansporn für die strategische Arbeit im Unternehmen?
Die umfassende Erfahrung, die ich bislang gesammelt habe, hat mich befähigt, über die Arbeit auf Betriebsebene hinauszudenken und Mehrwert auf Gruppenebene für die gesamte Wertschöpfungskette der binca group zu schaffen. Die Strategie im Qualitätsmanagement, die ich derzeit aufbaue, ist so konzipiert, dass sie perspektivisch auf die gesamte binca group übertragbar ist.
Davor waren Sie als Qualitätsmanagerin in der binca manufaktur tätig. Was waren hier Ihre größten Meilensteine und Erfolge?
Die Einführung des IFS-Systems in einem neu gegründeten Betrieb – einschließlich der vollständigen Erstellung der zugehörigen Dokumentation sowie der anschließenden Implementierung und Zertifizierung – stellte einen bedeutenden Meilenstein dar. Eine besondere Bestätigung der Wirksamkeit unseres IFS-Systems war das im vergangenen Jahr durchgeführte unangekündigte IFS-Audit. Dabei wurde unser System in der Produktion der binca manufaktur auf einem erhöhten Niveau geprüft und erfüllte die Anforderungen in hohem Maße. Das macht mich besonders stolz.
Sie haben am kooperativen Projekt „ESG-Fahrplan für die nachhaltige Lebensmittelproduktion“ des ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich teilgenommen, in dem Betriebe am Weg zum freiwilligen Bericht nach dem VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs) begleitet wurden und sich dabei regelmäßig ausgetauscht haben. Was war an der Projektteilnahme besonders inspirierend für Sie und Ihr Unternehmen?
Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen im Lebensmittelbereich sowie die professionelle Leitung durch Agentur Ritt waren sehr wertvoll für mich. Das Thema VSME war für mich neu und besonders interessant. Durch den Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmenden konnte ich für die binca manufaktur ein gutes Verständnis für die Thematik entwickeln. Es hat mir besonders Freude bereitet, den Fortschritt unseres gemeinsamen Arbeitsergebnisses im Rahmen der Workshops aktiv mitzuverfolgen.
Die neue EU‑Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, kurz PPWR) bringt für viele Lebensmittelbetriebe deutliche Änderungen. Welche Auswirkungen sehen Sie konkret für die binca manufaktur – und wo ergeben sich Ihrer Meinung nach sowohl Herausforderungen als auch Chancen im Hinblick auf nachhaltige Verpackungslösungen?
Die PPWR stellt eine große Herausforderung dar. Wir sind dabei stark von den Rückmeldungen unserer Lieferanten sowie von den bereitgestellten Daten und Dokumentationen abhängig. Ohne belastbare Informationen besteht das Risiko erheblicher zusätzlicher Kosten, die wirtschaftlich nicht tragbar wären.
Daher bereiten wir uns sehr sorgfältig vor und analysieren sämtliche Produkte im Detail, bevor wir weitere Schritte setzen. Der Prozess wird anspruchsvoll sein, jedoch habe ich Vertrauen in unser Team und unsere gemeinsame Fähigkeit, diese Herausforderungen für die binca manufaktur, aber auch für die gesamte Unternehmensgruppe, erfolgreich zu bewältigen.
Die binca manufaktur ist seit 2025 Clusterpartner beim ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt? Was erwarten Sie sich von der Zusammenarbeit in den kommenden Jahren?
Wir haben uns für die Teilnahme am Lebensmittel Cluster Niederösterreich entschieden, weil er uns einen klaren strategischen Mehrwert bietet. Besonders wichtig ist für uns der Zugang zu einem starken Branchennetzwerk entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette. Dieser Zugang ermöglicht uns den Austausch mit relevanten Partnern und potenzielle Kooperationen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist der Zugang zu aktuellem Fachwissen, insbesondere zu regulatorischen Entwicklungen, Nachhaltigkeitsthemen und Innovationen. Dadurch können wir frühzeitig auf Veränderungen reagieren und uns besser darauf vorbereiten.
Insgesamt unterstützt uns die Teilnahme dabei, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unser Unternehmen langfristig strategisch weiterzuentwickeln.
Vielen Dank für die Einblicke in Ihre Arbeit und das Interview.
Wir wünschen Ihnen und dem gesamten Team viel Erfolg bei der Umsetzung aktueller und zukünftiger Projekte und hoffen natürlich, Sie als Lebensmittel Cluster Niederösterreich dabei weiter begleiten zu können, um die Lebensmittelbranche gemeinsam noch zukunftsfitter zu machen.
Zur Person:
Katarina Vidovic ist Nachhaltigkeits- und strategische Qualitätsmanagerin bei binca development.
Katarina Vidovic ist seit Herbst 2025 bei der binca development, ein Unternehmen der binca group, tätig. Zuvor war sie bei der binca manufaktur als Qualitätsmanagerin angestellt. In ihrer neuen Funktion in der binca development kann sie sich persönlich weiterentwickeln und als zentrale Anlaufstelle im Bereich Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit und -Qualität die binca group unterstützen.