Junger Mann mit dem Handy
westend 61/Uwe Umstätter
16. Oktober 2026

Gemeinsam gegen Lebensmittelabfälle: Kick-off für AVÖL Projekt

Mit einer Kick-off-Veranstaltung in St. Pölten fiel der Startschuss für das Projekt AVÖL – Abfallvermeidung entlang der Wertschöpfungskette der österreichischen Lebensmittelwirtschaft. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Lebensmittelsektor kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, die Projektinhalte sowie die Möglichkeiten zur aktiven Projektbeteiligung zu informieren. Die Veranstaltung wurde vom ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ in Kooperation mit der Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH und den weiteren Projektpartnern organisiert und als Green Event mit nachhaltig ausgerichteter Location und Catering durchgeführt. 

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Lebensmittel entstehen vermeidbare Abfälle oder unvermeidbare Nebenströme. Im Projekt AVÖL werden vor allem Daten zu vermeidbaren Lebensmittel- und Verpackungsabfällen in der Lebensmittelverarbeitung aktualisiert, daraus die Vermeidungspotentiale abgeleitet und gemeinsam mit den Unternehmen entsprechende Maßnahmen umgesetzt. 

Als Methoden der Wahl dienen einerseits anonymisierte Online-Befragungen in der österreichischen Lebensmittelwirtschaft hinsichtlich Abfallmengen, Ort und Ursachen der Entstehung, aktuellen Entsorgungswegen und bereits umgesetzten Maßnahmen. Insbesondere ermöglichen jedoch Sortieranalysen bei zehn ausgewählten Branchenvertretern einen detaillierten Einblick in die qualitative und quantitative Verteilung von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen. Auf Basis der erhobenen Daten werden Maßnahmen zur Abfallvermeidung identifiziert, erprobt und bewertet. Ziel ist es, Lösungsansätze für Unternehmen zu entwickeln, Einsparungspotenziale aufzuzeigen sowie den Austausch innerhalb der Branche zu stärken. Darüber hinaus soll ein österreichweites Netzwerk entstehen, um die gewonnenen Erkenntnisse in die Lebensmittelwirtschaft zu tragen. Das Projekt läuft von September 2026 bis Februar 2028 und wird von der Abfallvermeidungs-Förderung der österreichischen Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen gefördert.

„Ein effizienter Umgang mit Lebensmitteln und Rohstoffen ist sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht von großer Bedeutung. Mit AVÖL bündeln wir Know-how über Bundesländer- und Organisationsgrenzen hinweg und entwickeln gemeinsam mit den Unternehmen Lösungen, die sich unmittelbar in der Praxis umsetzen lassen. Damit stärken wir Ressourceneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen. Der ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich bringt dafür innovative Lebensmittelproduzenten, Forschungseinrichtungen und Bildungspartner zusammen“, fasste Claus Zeppelzauer, ecoplus Prokurist und Geschäftsfeldleiter Unternehmen & Technologie, zusammen.

 

STARKES SIGNAL ZUR LEBENMITTELRETTUNG 
 

Im Mittelpunkt der Kick-off-Veranstaltung standen die Vorstellung des Projekts AVÖL und des engagierten Netzwerks mit Partnerinnen und Partner aus ganz Österreich. Fachimpulse beleuchteten aktuelle Vorgaben der Abfallerhebung und stellten innovative Konzepte zur Abfallvermeidung entlang der Wertschöpfungskette der österreichischen Lebensmittelwirtschaft vor. Mit dem Projekt AVÖL soll einerseits eine solide Datenbasis zu Abfällen in der österreichischen Lebensmittelproduktion geschaffen werden, die den Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie entspricht. Darauf aufbauend können verbindliche Reduktionsziele bis 2030 abgeleitet und entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen gesetzt werden.
In Podiumsdiskussionen tauschten sich Expertinnen und Experten über aktuelle Herausforderungen und notwendige Beiträge zur Reduktion von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen aus, sowohl aus Sicht der Wirtschaft als auch aus wissenschaftlicher Perspektive. Im Rahmen eines Worldcafés berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von bereits umsetzten Abfallvermeidungsmaßnahmen in ihren Branchen und diskutierten Hürden bei der Prozessoptimierung oder Kreislaufführung.
„Lebensmittelabfälle zu vermeiden ist eine gemeinsame Verantwortung. Der große Zuspruch von rund 60 Teilnehmenden und der intensive Austausch zwischen Unternehmen, Stakeholdern und Projektpartnern haben gezeigt, wie hoch das Interesse an praxisnahen Lösungen ist. Besonders wertvoll sind die zehn kostenfreien Sortieranalysen, die Betrieben konkrete Ansatzpunkte für weniger Lebensmittelabfälle und mehr Ressourceneffizienz liefern“, sagt Heidrun Hochreiter, Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH.

FH Wr. Neustadt Campus Wieselburg, pulswerk GmbH und Universität für Bodenkultur, Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft bringen als Projektpartner die fachliche Expertise in das Projekt ein. Über die Netzwerke der Projektpartner ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich, Lebensmittelcluster Oberösterreich der Business Upper Austria, Styrian Food Hub der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG, WKÖ Fachverband Nahrungs- und Genussmittel und Wirtschaftsagentur Wien werden Unternehmen aktiv in das Projekt eingebunden und die Projektergebnisse in der gesamten Branche geteilt.

Die ecoplus Cluster und Plattformen bilden gemeinsam mit den Technopolen das NÖ Innovationsökosystem, das von ecoplus umgesetzt und von der Europäischen Union kofinanziert wird.

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Ihr Kontakt für weitere Rückfragen:

Markus Steinmaßl

Leiter Unternehmenskommunikation
E: m.steinmassl@ecoplus.at