Zwei Kollegen der Baubranche werfen gemeinsam einen Blick auf den Laptop Bildschirm
Westend61/Joseffson

KI-KompetenzaufBAU

In diesem Cluster-Projekt vom ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster NÖ erhalten zehn Unternehmen einen kostenlosen und maßgeschneiderten Kompetenzerwerb zum Thema KI - inklusive ersten Umsetzungsschritten im Unternehmen.

Zielsetzung des Projekts

Das Projekt „KI-KompetenzaufBAU“ befähigt zehn Unternehmen, Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) realistisch einzuordnen und zielgerichtet im eigenen Unternehmen einzusetzen. Im Fokus stehen Lösungen für die spezifischen Anforderungen der Baubranche.

Lernen: Die Teilnehmenden profitieren vom Spitzen-Know-how der Expertinnen und Experten und loten gemeinsam mit ihnen Einsatzmöglichkeiten von Methoden und Tools für ihre Zwecke aus.

Umsetzen: Die Teilnehmenden übertragen die Methoden direkt auf einen eigenen Anwendungsfall – mit dem Ziel, intern Know-how aufzubauen und das Erlernte im Unternehmen anzuwenden.

Kooperieren: Die Teilnehmenden lernen von den Erfahrungen, Herangehensweisen und Anwendungsfällen der anderen.

Am Ende des Projekts verfügt jeder Teilnehmende über relevantes Wissen, um KI optimal im Unternehmen nutzen zu können – sowie einen klar abgegrenzten und aufgesetzten Anwendungsfall.

Geplante Ziele im Detail:

  • Befähigung zur Analyse der eigenen Datenlage und Datenqualität (Verfügbarkeit, Struktur, Pflegeprozesse) als Voraussetzung für eine automatisierte Verarbeitung
  • Erkennen geeigneter KI-Anwendungsfelder entlang typischer Prozesse im Unternehmen oder in Bauprojekten (z.B. in Planung, Bauausführung und Betrieb; Dokumente, Protokolle, Mängelmanagement, Informationsabfragen, Auswertungen)
  • Kompetenzaufbau zur methodischen Auswahl: Wo sind regelbasierte Algorithmen, wo Machine-Learning-Ansätze (ML), wo Large Language Models (LLM) sinnvoll? Grenzen und Qualitätskontrolle. Welche KI-Tools werden nachhaltig Bestand haben?
  • Verständnis von Datenstandards in der Baubranche (z.B. IFC) und Einschätzung, welche Informationen daraus für konkrete Auswertungen/Automatisierungen nutzbar sind
  • Datenschutz, Sicherheit und Governance (DSGVO, AI Act) werden praxisnah behandelt – inklusive der Option, KI-Anwendungen lokal oder hybrid aufzusetzen, um Abhängigkeiten von großen internationalen Software-Anbietern zu reduzieren.
  • Bearbeitung eines praktischen Anwendungsfalls pro Unternehmen

Beispiele für KI-Anwendungen in Unternehmen:

  • Ein Bauunternehmen nutzt LLM-gestützte Extraktion mit Validierungslogik, um aus Bautagesberichten und Protokollen strukturierte Informationen (z.B. Abweichungen, offene Punkte, Verantwortlichkeiten) für das interne Reporting aufzubereiten.
  • Ein Planungsbüro erstellt aus IFC-Modellen standardisierte Auswertungen (z. B. Bauteillisten nach Eigenschaften/Property Sets) und ergänzt diese um regelbasierte Plausibilitätschecks zur Qualitätsprüfung.
  • Ein Facility-Management-Dienstleister baut ein unternehmensinternes Wissens- und Assistenzsystem auf, das Dokumente und Standards gezielt auffindbar macht (RAG-Ansatz) und dabei Berechtigungen sowie Protokollierung berücksichtigt.
  • Ein Tischlereibetrieb strukturiert Angebote, Stücklisten und technische Unterlagen (z. B. aus PDFs, E-Mails, Auftragsnotizen) automatisiert und nutzt eine KI-gestützte Extraktion zur schnelleren Angebotslegung und zur Reduktion von Fehlern bei Übergabe an AV/Produktion – kombiniert mit klaren Prüfregeln (z. B. Material, Maße, Liefertermine, Freigaben). 

Projektinhalte 

Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen:

Phase 1 – Bedarfserhebung: Qualifizierungsbedarf und Wünsche zur Prozessautomatisierung der Unternehmen werden von den Expertinnen und Experten erhoben. Basierend darauf arbeiten die Expertinnen und Experten das Qualifizierungsprogramm inhaltlich aus und definieren gemeinsam mit den Unternehmen die jeweiligen zu bearbeitenden Anwendungsfälle.

  • Kickoff-Workshop: Kennenlernen, KI-Basics, Bedarfserhebung, Definition der Anwendungsfälle pro Unternehmenspartner (max. 1 Tag, physisch, Sommer 2026)
  • Bei Bedarf zusätzliche einzelbetriebliche Meetings zur Anwendungsfall-Definition zwischen Unternehmen und Expertinnen und Experten (Sommer 2026)
  • Inhaltliche Konzeptionierung der Phase 2 durch die Expertinnen und Experten

Phase 2 – Umsetzen der Qualifizierungsmaßnahme: In ca. sechs Workshops erhalten die Teilnehmenden das relevante Know-how und arbeiten mit Unterstützung der Expertinnen und Experten an ihren Anwendungsfällen (je max. 1 Tag, Herbst 2026, Termine werden im Kickoff fixiert, vorrangig physisch in St. Pölten oder Wien bzw. online).

  • KI-Basics (Arten von maschinellem Lernen, LLMs, Anwendungen, Richtlinien usw.)
  • Prozessdefinition (am Beispiel der individuellen Anwendungsfälle): Zielbild, Erfolgskriterien & Optimierung
  • Rechtliche & ethische Themen in der KI (DSGVO, AI-Act, Arbeitsrecht usw.)
  • KI-gestütztes Datenmanagement – Retrieval Augmented Generation (RAG), LLM-Finetuning, Application Programming Interfaces (APIs)
  • Agentic AI – Workflow-Automatisierung mit verschiedenen KI-Tools (z.B. n8n)
  • weitere Themen abhängig von der Bedarfserhebung
  • Identifizierung und Konzeptionierung von tiefgreifenderer KI-Einbindung im Unternehmenskontext mittels F&E-Projekte (auf Wunsch)

Zusätzlich arbeiten die Teilnehmenden zwischen den Workshops eigenständig an ihren Anwendungsfällen.

Weiters haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, bei Bedarf einzelbetriebliche Beratungen durch die Expertinnen und Experten in Anspruch zu nehmen.

Projektpartner

1A Tischler - Ing. Michael Winkler

deFACTO Ing. Karl Picker e.U.

Gebrüder Haider & Co Hoch- u. Tiefbau GmbH

Hengl Mineral GmbH

kosaplaner gmbh

KWI Engineers GmbH

PYS PODANY-SYMB GmbH

Retter & Partner Ziviltechniker Ges.m.b.H.

Suessco Sensors FlexCo

Wienerberger Österreich GmbH

Drittleister

USTP – University of Applied Sciences St. Pölten (Konsortialführer)

SIDE - Studio For Information Design GmbH.

Projektlaufzeit und Finanzierung

  • Umsetzung als gefördertes Projekt in der FFG-Ausschreibung „Qualifizierungsprojekte 2025“ in der Transformationsoffensive des BMWET im Zeitraum 07/2026 bis 06/2027. 
  • Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert. Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft.