FiberCoat
Potenzielle Umweltbelastung durch Mikroplastik, definiert als Kunststoffpartikel mit einer Größe unter 5mm, stellt eine zunehmende ökologische und gesellschaftliche Herausforderung dar. Die zunehmende Nutzung beschichteter Papier- und Faserverpackungen stellt die Recyclingwirtschaft vor neue Herausforderungen. Beschichtungen sind notwendig, um funktionale Eigenschaften wie Barrierewirkung oder Stabilität zu gewährleisten, können jedoch die Wiederaufbereitung von Papierfasern beeinträchtigen.
Um die Recyclingfähigkeit und Kreislauffähigkeit solcher Materialien fundiert beurteilen zu können, sind standardisierte Untersuchungsmethoden erforderlich, die sowohl Materialeigenschaften als auch Prozessbedingungen berücksichtigen. Im Projekt FiberCoat werden daher Methoden zur standardisierten Probenahme, Probenvorbereitung und Analytik entwickelt, die auf beschichtete Faserverpackungen und industrielle Faseraufbereitungsprozesse angewandt werden. Ziel ist es, potenzielle Belastungen aus Beschichtungen besser zu verstehen und daraus praxisnahe Empfehlungen für recyclinggerechte und nachhaltige Verpackungslösungen abzuleiten.
Zielsetzung des Projekts
Hauptziel ist es, potenzielle Mikroplastik-Kontaminationsquellen durch Kunststoff-Beschichtungen im Papierfaserrecycling und deren Risiko für die aquatische Umwelt zu identifizieren. Von den Industriepartnern werden ausgewählte Beschichtungen auf ihre Recyclingkompatibilität nach cyclos-HTP-Standard sowie auf Mikroplastikvorkommen und deren Entfernbarkeit analysiert. Letztendlich wird das Projekt eine Leitlinie für die Messung und Einstufung recyclingkompatibler und umweltunbedenklicher Beschichtungen entwickeln, um die Branche bei der Einführung ganzheitlich nachhaltiger Verpackungen zu unterstützen.
Projektinhalte
Im Projekt FiberCoat entwickeln die beteiligten Forschungspartner standardisierte und praxisnahe Methoden zur Probennahme, Probenvorbereitung, Mikroplastikmessung und Datenauswertung für beschichtete Faserverpackungen. Ziel ist es, eine verlässliche und vergleichbare Bewertung von Mikroplastikfreisetzungen entlang des Recyclingprozesses zu ermöglichen. Im Fokus steht dabei die Untersuchung, welche Polymerbeschichtungen während der Faseraufbereitung ins Prozesswasser übergehen und potenziell als Mikroplastik in die Umwelt gelangen können.
Zur Analyse kommen etablierte spektroskopische und massenbasierte Verfahren zum Einsatz, die eine qualitative und quantitative Charakterisierung der freigesetzten Kunststoffpartikel erlauben. Aufbauend auf diesen Analysen wird das Mikroplastik-Generierungspotenzial unterschiedlicher Beschichtungssysteme systematisch bewertet. Ergänzend werden im Rahmen von Case Studies ausgewählte Materiallösungen gemeinsam mit Industriepartnern hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit und Kreislauffähigkeit untersucht. Ziel ist es, technische Erkenntnisse mit praktischen Anforderungen zu verknüpfen und fundierte Empfehlungen für nachhaltige Verpackungslösungen abzuleiten.
Darüber hinaus werden unter realen Industriebedingungen Prozesse der Faseraufbereitung und industriellen Beschichtung analysiert. Auf diese Weise sollen potenzielle Mikroplastik-Kontaminationsquellen im Papierfaserrecycling identifiziert, deren Entfernbarkeit bewertet und mögliche Risiken für die aquatische Umwelt abgeschätzt werden.
Projektpartner
Unternehmenspartner und Verbände:
- Cardbox Packaging Wolfsberg GmbH
- Dow Europe GmbH
- Henkel AG & Co KGaA
- K industries-FIBRATEC GmbH
- MM Frohnleiten GmbH
- Mondi AG
- Plastics Europe Austria
- PROPAK
Forschungspartner:
- Hufnagl Chemometrics GmbH
- OFI - Kompetenzbereich Verpackung, Recycling & Gefahrgut
- Österreichisches Institut für Verpackungswesen
Projektlaufzeit & Finanzierung
- Umsetzung als FFG Collective Research Projekt im Zeitraum 04/2025 bis 03/2028
- Kofinanziert durch die Projektpartner
- Dieses Projekt wurde aus Mitteln der FFG gefördert. Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft.