Wie funktioniert LEAN? Erklärung vom Clusterpartner Schrenk GmbH

LEAN in einem Handwerksbetrieb – Clusterpartner Stefan Schrenk im Interview

Portraitfoto Stefan Schrenk

„Mit der gewonnenen Zeit Freiräume für die Entfaltung der Ideen der Mitarbeitenden schaffen!“

Die Tischlerei Schrenk GmbH aus Vitis war bereits beim ersten KVP/LEAN-Kooperationsprojekt des Clusters mit dabei. 10 weitere folgten.

Im Interview mit Clustermanagerin Michaela Smertnig erklärt Geschäftsführer Stefan Schrenk wie sein Unternehmen von LEAN profitiert und was seine Motivation dahinter ist.

 

Michaela Smertnig: Lieber Stefan, Du beschäftigst dich in Deiner Tischlerei bereits seit vielen Jahren mit LEAN Management-Prinzipien und setzt diese gemeinsam mit deinen rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um. Warum tust du das? Was ist Deine Motivation?

 

Stefan Schrenk: Meine Vision ist es, ein Unternehmen zu leiten, dass in sich selbst lern- und wandlungsfähig ist. Mit den Lean-Prinzipien schaffen wir ein Umfeld, in dem wir uns permanent weiter entwickeln können. Zudem ermöglicht es den Menschen, gemeinsam im Team ihre kreativen Potentiale voll auszuschöpfen.

 

„Die Durchlaufzeit in der Holztreppen-Produktion haben wir von 8 Wochen auf unter 8 Stunden reduziert!“

 

Michaela Smertnig: Wie können wir uns die Umsetzung in Deinem Betrieb vorstellen? Kannst Du uns ein praktisches Beispiel geben?

 

Stefan Schrenk: Seit vielen Jahren arbeiten wir permanent daran, die Durchlaufzeiten der Fertigung unserer Produkte zu verkürzen. So konnten wir im Kerngeschäft, der Produktion von Holztreppen, eine Reduktion von 8 Wochen auf unter 8 Stunden schaffen. Hauptaugenmerk ist es, Verschwendung aus den Prozessen zu nehmen. Klingt einfach, ist aber sehr herausfordernd!

Auch in unseren neuen Geschäftsfeldern setzen wir diese Prinzipien gekonnt ein. Eine Fertigungsstraße für Hausaußenwände wurde entwickelt. Der Abbund eines Bauteils, bis zum eingebauten Fenster im fertigen Wandelement, passiert in nur wenigen Minuten. Keine teuren, vollautomatischen Maschinen sind dafür verantwortlich, sondern Handwerker mit ausgeklügelten Werkzeugen und Hilfsmitteln. Schnell auf Veränderung anpassbar, auf geringer Fläche.

Das großartige daran ist: diese Methoden funktionieren ebenfalls bei Montagen am Bau – in einer unvorstellbaren Dimension. Das von uns entwickelte und vertriebene Hauskonzept ZiKK 2.0 – das Plugin Haus wird bereits in nur 5 Werktagen montiert. Wir sprechen hier vom bezugsfertigen Haus, von der grünen Wiese weg! Auch auf Großbaustellen setzen wir Innenausbaukonzepte mit Lean Management und einem völlig neuen Arbeitsansatz um.

Ich könnte noch viel länger darüber sprechen. Mehr Infos, Umsetzungsbeispiele und Videos findet man auf der Schrenk Homepage.

Für Lean Management Interessierte bieten wir in der Deep Lean Lernstatt Kurse und Schulungen an. In unserer Lean Akademie werden die Prinzipien und Methoden für jedermann/jederfrau erlebbar.

 

„Es ist ein permanenter Prozess.“

 

Michaela Smertnig: Sehr beeindruckend, welche Effekte du mit deinem Team hier erzielst! Wie viel Zeit investierst Du mit Deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die Verbesserung von Prozessen?

 

Stefan Schrenk: Es ist ein permanenter Prozess, der nicht isoliert betrachtet wird. Der Verbesserungsprozess ist ein wesentlicher Teil der täglichen Arbeit. Selbstverständlich gibt es Zeiten, wo wir uns tagelang intensiv mit einer Problemstellung befassen, wie die Neuentwicklung eines Produktes oder einer Produktionslinie.

 

Michaela Smertnig: Du warst in den vergangen zwei Jahrzehnten an 11 Kooperationsprojekten des Clusters zum Thema dabei. Was empfiehlst Du als Unternehmer einem anderen Unternehmen, das seine Prozesse nachhaltig optimieren möchte?

 

Stefan Schrenk: Das Lean-Mindset kann nicht mit einem Startworkshop „installiert“ werden. Es braucht Zeit, Geduld und auch manchmal ein Scheitern, um die gesamte Organisation auf diesen Weg zu bringen. Wichtig ist die Vision und das Motiv nicht aus dem Auge zu verlieren!

Mein Tipp für alle Unternehmer: Produktiver zu werden, um Kosten zu sparen, ist ein schlechter Ansatz. Wichtiger ist, mit der gewonnenen Zeit Freiräume für die Entfaltung der Ideen der Mitarbeitenden zu schaffen!

 

Michaela Smertnig: Vielen Dank für die Einblicke, Stefan!

 

 

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