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Clusterpartner im Fokus – Fachhochschule Wiener Neustadt – Campus Wieselburg Bachelorstudiengang Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft

Der Standort in Wieselburg beheimatet vor allem die wirtschaftswissenschaftlichen, marketingorientierten Studienangebote der Fachhochschule Wiener Neustadt. Eine Fachrichtung, welche aus den vielen Angeboten für Bachelorinteressierte in Wieselburg heraussticht, ist jene von Emmerich Haimer zum Schwerpunkt „Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft“. Er setzt auf eine technische Ausrichtung des Studienganges und begeistert seine Studentinnen und Studenten mit Fächern, wie Elektrotechnik und Umweltchemie. Alle Details hierzu lesen Sie im folgenden Interview!

 

 

Lieber Herr Haimer, der schonende und rücksichtsvolle Umgang mit Ressourcen liegt ganz im Fokus der Zeit. Mit welcher Motivation kommen Ihre Studentinnen und Studenten zu Ihnen an die Fachhochschule und entscheiden sich für Ihr Curriculum?

Emmerich Haimer: Unsere Studierenden sind durchwegs kritische Geister und starten mit sehr viel Idealismus. Genau das wollen wir im Studiengang haben und langfristig auch fördern. Wir haben vor eineinhalb Jahren mit dem Pionierjahrgang begonnen und die Studierenden, die im Moment in dieser Anfangsphase studieren, bringen extrem hohe Motivation mit, in die Materie „industrielle Produktion“ einzutauchen, Probleme zu identifizieren und Lösungswege zu erarbeiten.

 

 

Welche Möglichkeiten stellen sich den Absolventinnen und Absolventen nach Beendigung ihrer Ausbildung als Bachelor? Welche Möglichkeiten bieten sich für einen Abschluss als Master?

Emmerich Haimer: Das Bachelorprogramm zielt auf die Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren mit Fokus auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen ab. Einsatzgebiete erstrecken sich hier von Produktions- und Anlagenplanung bis zum Produktions-, Umwelt- oder Energiemanagement. Es gibt zudem verschiedenste Möglichkeiten für ein Masterstudium – unter anderem auch in Wieselburg.

Am Standort Wieselburg besteht die Möglichkeit, in den berufsbegleitenden Masterprogrammen „Regenerative Energiesysteme & technisches Energiemanagement“ und „Eco Design“ die Themen Energie oder Material zu vertiefen. Auch Programme wie „Lebensmittelproduktentwicklung & Ressourcenmanagement“ oder „Green Marketing & Nachhaltigkeitskommunikation“ können eine Möglichkeit sein, wenn man von der Technik als Schwerpunkt nach dem Bachelor genug hat.

 

 

An den Fachhochschulen sind viele Forschungsprojekte beheimatet und werden erfolgreich mit Unternehmen umgesetzt. Mit welchen Themenstellungen möchten Sie sich im Rahmen Ihres Bachelorstudiengangs beschäftigen und Unternehmen einbinden?

Emmerich Haimer: Im Studiengang haben wir drei Bereiche definiert, in welchen wir uns forscherisch betätigen möchten. Das ist einerseits die Simulation und Optimierung von Produktionsprozessen mit einem Fokus auf Prozessintegration zur systematischen Reduktion des Ressourcenverbrauches (Energie, Wasser, Material) in Produktionsprozessen. Darüber hinaus ist das Thema Bioökonomie eines, in dem wir Beiträge leisten wollen und schließlich beschäftigt uns das Thema der Messbarkeit von Kreislaufwirtschaft und deren Auswirkungen auf Prozesse und Produkte.

 

 

Welchen Mehrwert sehen Sie im Thema der Kreislaufwirtschaft für Unternehmen in den kommenden Jahren? Wo werden die Schwerpunkte zu erwarten sein?

Emmerich Haimer: Das Thema Kreislaufwirtschaft trifft Unternehmen in den kommenden Jahren von verschiedenen Seiten. Der „Reduce“-Ansatz ist über Energie- und Umweltmanagementsysteme ja in vielen Betrieben bereits länger verankert. Durch die neuen Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist das Thema Kreislaufwirtschaft nun aber im Gesamten in großen Unternehmen platziert. Kleine Unternehmen werden über Reglementierungen im Bereich der Lieferketten und der Finanzierung indirekt von dem Thema betroffen sein.

Wesentlich ist aus meiner Sicht nun, die Unternehmen zu überzeugen, dass eine Abkehr vom linearen Wirtschaften eine Chance für die Unternehmen darstellt und sie dabei zu unterstützen, Zirkuläre Konzepte zu entwickeln und – vor allem – deren Auswirkungen zu messen und für sich das Optimum herauszuholen. In diesem Bereich passiert momentan sehr viel und durch unseren Studiengang wollen wir Menschen ausbilden, die hier in Unternehmen operativ unterstützen können.

 

 

Als technischer Studiengang sind Sie mit Ihrem Kollegen eine der Ausnahmen am Standort in Wieselburg. Welche Synergien ergeben sich zwischen den einzelnen Studien- und Ausbildungsbereichen der Region?

Emmerich Haimer: Es stimmt, der Bereich Technik ist in Wieselburg nicht so stark ausgeprägt. Ich sage hier einmal: noch. Wir haben zwei technische Bachelorprogramme und zwei technische Masterprogramme am Standort, die alle mit ihren Inhalten absolut auf der Höhe der Zeit sind und ich sehe hier großes Potential. Aus diesem Grund haben wir auch mit verschiedenen – häufig sehr motivierten - Schulen in der Region Kooperationen. Wir sehen auch themenverwandte Studienprogramme an anderen Einrichtungen nicht als Konkurrenz, sondern suchen hier die Kooperation. Schlussendlich brauchen wir viele Menschen, die sich mit den Themen Ressourcen, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigen und für die Ausbildung dieser Menschen braucht es ein Netzwerk.

Durch die Einbettung des Campus Wieselburg in eine Region mit lebendiger Forschungs- und Entwicklungslandschaft im Bereich Ökologie, Wasser, Regenerative Energie oder biobasierte Rohstoffe ergeben sich Synergien, die die Ausbildung in den technischen Programmen unterstützt und aufwertet.

 

Lieber Herr Haimer, herzlichen Dank für Ihre Zeit und das gemeinsame Interview!