Wasserstoff als Energieträger für die Mobilität

Das war die Fact-Finding Mission „Wasserstoff in großen Dimensionen“ in der Schweiz

Um sich ein Bild zu machen, wie das Thema Wasserstoff als (potenziell erneuerbarer) Energieträger für die Mobilität beim europäischen Pionier bereits umgesetzt wird, organisierte der ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster NÖ gemeinsam mit Testfuchs GmbH am 21.03.2023 eine Exkursion zur Firma Auto AG Truck nach Rothenburg in die Schweiz.

Als Serviceanbieter für die Wasserstoff-LKW-Flotte von Hyundai betreut die Auto AG Truck derzeit ca. 50 LKW, Tendenz steigend.

Im offenen Austausch über den Weg von der Projektidee bis hin zur Umsetzung inkl. den zu überwindenden Hürden durften die Exkursions-Teilnehmenden einen Einblick in die mehrjährige Praxiserfahrung des Unternehmens nehmen.

 

Programm

Der Spannungsbogen zog sich von einer Übersicht alternativer Antriebe, über das interne Projekt der Umstellung auf H2-LKW-Service bis hin zu dessen Marktreife und den weiterführenden potentiellen Geschäftsmodellen. Werkstatt, H2-LKW, Betankungsvorgang an der vor-Ort-H2-Zapfsäule – live erhielten die Teilnehmenden tiefe Einblicke in die Technik und deren Anwendung.

  • Vorstellung Gastgeber Auto AG Group
  • Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben (LNG, Elektro, H2 etc.), Erfahrungen und Ausblick
  • Übersicht Wasserstoffsystem Schweiz: Produktion, Logistik, Tankstelle
  • Auto AG Group Transformation – neue Antriebe / Geschäftsmodelle / H2-Projekte
  • Besichtigung sicherer Gas-Arbeitsplatz, Werkstatt, H2-Tankstelle und alternativ angetriebene Fahrzeuge (H2, elektrisch)
  • Feedback-Runde und Lessons Learned

 

Erkenntnis: "Wo ein Wille, da ein Weg ..."

… und dieser wurde bereits mit über 5 Mio. LKW-Kilometern gefahren.

Doch davor gabs im Unternehmen noch etliche (unerwartete) Herausforderungen zu meistern, Entscheidungen zu treffen und Weggefährten zu finden. Hier ein paar Insights aus der Exkursion:

  • Zu Beginn war es für die Auto AG Truck nicht leicht, Mechaniker/innen im Unternehmen zu finden, die sich auf die neue Technologie einlassen wollten und zudem die Bereitschaft hatten, sich in Südkorea einschulen zu lassen. 5 Kollegen konnte das Unternehmen schlussendlich entsenden.
  • Projektstart war kurz vor der Covid-19-Pandemie, welche die kontinente-übergreifende Zusammenarbeit erschwert hat. Der Wille und moderne Technik hat dem Projekt hierbei gut weitergeholfen.
  • Wo es noch keine Technologie gibt, gibt es auch noch keine Vorschriften. So mussten Normen, TÜV und weitere Vorschriften adaptiert werden.
  • Mit dem Zubau von zusätzlichen Werkstattkojen konnte das Unternehmen gleich auf die „Wasserstoff-Bedürfnisse“ eingehen, wie z.B. eigens farblich ausgewiesener Arbeitsbereich, H2-Sensoren, Alarmvorrichtungen usw.
  • Zudem setzte sich das Servicepersonal nicht nur aus KFZ-Mechaniker/innen zusammen, sondern auch Mechatroniker/innen mit Zusatzausbildung waren erforderlich (Wasserstoffantriebe haben Starkstromkomponenten und weitere technische/elektronische Besonderheiten).
  • Die Skepsis der Anrainerinnen und Anrainer vor der Wasserstoff-Technologie war groß. Auch daran durfte das Unternehmen arbeiten.

 

Durchhaltevermögen zahlt sich aus

Aufgrund dieser Pionierarbeit, des Glaubens daran und der damit verbundenen Entschlossenheit gibt es in der Schweiz jetzt schon 4 Standorte, an denen grüner Wasserstoff für die 14 in Betrieb befindlichen Wasserstofftankstellen (für PKW und LKW) produziert wird; weitere H2-Tankstellen sind in Realisierung.

Damit nicht genug für die Auto AG. Es wird an weiteren Möglichkeiten und Geschäftsfeldern zur Nutzung der Wasserstofftechnologie gearbeitet und das nicht nur am H2Genset. Wir sind gespannt darauf, wünschen viel Erfolg dabei und weiterhin so ambitioniertes Durchhaltevermögen!

 

Danke an ...

  • Auto AG Group: Marc Ziegler, Marco Villiger und Daniel Marti für die überaus nette Gastfreundschaft und Einblicke in die Erfahrungswelt der Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben
  • Hydrospider AG: Yves Wymann über die Ausführungen zur grüner Wasserstoffproduktion
  • LANDI Sempach-Emmen: Adrian Bissig für die Erläuterung der H2-Tankstelle
  • TEST-FUCHS GmbH: Michael Schilling für die fachliche Exkursionsleitung
  • die Partner des Clusterprojekts „H2 Live am Bau“ und alle anderen Exkursionsteilnehmenden für ihr Interesse.

 

Aktuell: FFG Förderprogramm zur Umstellung von Nutzfahrzeugflotten auf emissionsfreie Antriebe und deren Infrastruktur

Unmittelbar nach unserer Exkursion öffnete das FFG Förderprogramm „Emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur“ (ENIN). Dieses unterstützt Unternehmen bei der Flottenumstellung auf nicht-fossil betriebene Nutzfahrzeuge sowie bei der Errichtung der für diese Nutzfahrzeuge erforderlichen Lade- bzw. Betankungsinfrastruktur.

 

Weitere Informationen

ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich
Vera Weiß
+43 664 601 19667

 

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Ing. Vera Weiß Cluster & Plattformen Niederösterreich
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