Demografie
Chancen für Niederösterreich

Arbeits- und Freizeitwelten im demografischen Wandel

Fragen des demografischen Wandels sind in den letzten Jahren zunehmend ins Bewusstsein der Menschen gerückt, sie gehen in die wirtschaftspolitische Tagesdiskussion ein und erfordern intensive Bearbeitung im Zuge konkreter Projekte und Umsetzungsmaßnahmen. Als Wirtschaftsagentur und Regionalförderstelle des Landes möchten wir diese Initiativen in den nächsten Jahren verstärken und im Netzwerk mit externen Institutionen und Partnern wie Fachabteilungen, Tourismusdestinationen oder LEADER-Regionen maßgeschneiderte Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen. 

Unser Service

Neben Einzelprojektförderungen planen wir die Vermittlung von Beratungs-, Coaching- oder Schulungsmaßnahmen sowie den verstärkten Austausch von Know-how und Best-Practice-Beispielen zu Themen wie Fachkräfteausbildung, Wohnen im Alter, Betriebsnachfolge im Tourismus oder Barrierefreiheit.

Ziel ist, die Erfahrungen möglichst vielen Menschen zugute kommen zu lassen.

So vielfältig die Fragestellungen des demografischen Wandels sind, so breit gefächert wollen wir darauf eingehen und Antworten liefern. 

Aktuelle Zahl

...der Kinder über 10 Jahre informieren sich aktiv im Web über Urlaubs- und Ausflugsziele. Die Tourismusbranche ist daher gefordert ihre Angebote und Informationen auf die Interessen und Bedürfnisse dieser jungen Zielgruppe abzustimmen.
Quelle: kids&fun consulting - Family Insights Studie 2015/2017

Interview mit Reinhard Kittenberger, Geschäftsführer der Kittenberger Erlebnisgärten

Die Kittenberger Erlebnisgärten haben ein „Demografie-screening“ durchgeführt - nun haben wir den Geschäftsführer dieses Schaugartens zum Interview gebeten.
Reinhard Kittenberger, Kittenberger Erlebnisgärten
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Welche Gästegruppen sind derzeit bzw. in Zukunft für die Kittenberger Erlebnisgärten charakteristisch?
Unsere Gästegruppen sind so bunt und vielfältig wie unsere Gärten. Es gibt aber drei Gästegruppen, die auf Grund ihrer Anzahl besonders hervorstechen: Familien, Senioren und Garteninteressierte, diese wollen wir auch in Zukunft besonders stärken.

In den zukünftigen Angeboten der Kittenberger Erlebnisgärten wird das Thema demografischer Wandel einen höheren Stellenwert als bisher einnehmen. Aus welchen Überlegungen heraus?
Das Thema Garten soll für alle Menschen zugänglich sein, egal welche Herkunft oder besonderen Bedürfnisse die Gäste haben. Aus Erfahrung wissen wir, dass „Zeit im Garten“ verbringen, die Generationen verbindet, körperliche und geistige Beeinträchtigungen zur Nebensache werden und die Verbindung zur Natur für alle Menschen immer wichtiger wird.

Die Kittenberger Erlebnisgärten haben ein sogenanntes „Demografie-screening“ durchgeführt, was waren die wichtigsten Erkenntnisse daraus?
Dass viele Dinge die für uns selbstverständlich sind, für Menschen mit Beeinträchtigung eine große Herausforderung darstellen. Dass zu viele Schilder und Tafeln für mehr Verwirrung sorgen und Klarheit und Einfachheit in der Kommunikation sehr wichtig sind.

Gibt es diesbezüglich schon konkrete Umsetzungsideen?
Es wird an einem neuen Leitsystem zu und in den Erlebnisgärten gearbeitet. Weiters wird die komplette Homepage neu gemacht, sowie der komplette Eintritts- bzw. Kassabereich erneuert.

Demografie bedeutet für mich ...

Wir haben Persönlichkeiten aus Wirtschaft, öffentlichem Dienst und LEADER Regionen befragt, was Sie unter Demografie verstehen. Die spannendsten Zitate haben wir hier für Sie zusammengefasst.

... die Reaktion der Bevölkerung auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends. Jede ökonomische Transformation – von der Agrargesellschaft über die Industriegesellschaft und Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft – bewirkt und bedingt gesellschaftliche Veränderungen. Diese Transformationen beeinflussen auch unser demografisches Verhalten. Deshalb verstehe ich den demografischen Wandel als Abbild der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche.
Thomas Fent, Demografie Institut, ÖAW
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... steigende Lebenserwartung, zurückgehende Geburtenzahlen und die Folgen der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in unseren Regionen bewirken eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur, aus der völlig verschiedene Problemstellungen entstehen. Über diese Entwicklungen Bescheid zu wissen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, halte ich für eine ganz wichtige kommunale Aufgabe. Mit dem Demografie-Check haben wir einen ersten Schritt gesetzt.
Bgm. Ök.-Rat Anton Gonaus, LEADER-Region Mostviertel Mitte
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... eine Veränderung unserer Gästestruktur. Damit verbunden werden wir in Zukunft auch vor der Herausforderung geänderter Gästebedürfnisse stehen. Hier geht es insbesondere auch um die Entwicklung einer lückenlosen Dienstleistungskette. Dies betrifft sowohl die Entwicklung neuer Produkte als auch die Wahl entsprechender Kommunikations- und Vertriebswege, die Weiterentwicklung eigener Medien und schlussendlich die Entwicklung der Leistungen vor Ort.
Bernhard Schröder, Donau-NÖ Tourismus GmbH
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... im Hinblick auf den Tourismus eine riesige Chance und Handlungsbedarf zugleich. Nur wer sich mit diesem Thema aktiv und interessiert auseinandersetzt, wird die Chancen dahinter erkennen und als unternehmerischen Wettbewerbsvorteil nutzen können. Verantwortungsvolle Unternehmer lassen so einen Trend daher nicht einfach „passieren" sondern „nutzen ihn aktiv"!
Arnold Oberacher, GF, con.os tourismus.consulting gmbh
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... Wandel ist immer voller Chancen, die auftauchen, wenn man Kundenbedürfnisse im Auge behält. Durch gutes Service Design rücken diese Bedürfnisse ins Zentrum der Wahrnehmung. Dann entstehen Lösungen mit der richtigen Information, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. In unserem Fall Informationslösungen im Naturraum-, Ortsraum und in Gebäuden.
Christian Lunger, motasdesign Lunger & Schreiber OG
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Erkenntnisse aus der Praxis

Familie im Wandel – von der Keimzelle der Gesellschaft zur Solidargemeinschaft


Die Österreicher schätzen nach wie vor das Zusammenleben in einer Partnerschaft, die individuelle Ausgestaltung dieser Partnerschaft wird dabei zunehmend flexibler.


In Österreich leben etwa 48 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer in einer Partnerschaft. Während dieser Wert in den letzten Jahrzehnten um einige Prozentpunkte angewachsen ist, sank der Anteil der Verheirateten bei den Frauen und Männern auf etwa 40 Prozent. Der Anteil von Personen in nicht verheirateten Partnerschaften stieg von knapp über einem Prozent Anfang der 70er Jahre auf nunmehr rund neun Prozent. Der Anteil der Frauen in einer Partnerschaft ohne Kinder wuchs  von 15 Prozent 1971 auf 23 Prozent im Jahr 2016, bei den Männern stieg dieser Anteil im gleichen Zeitraum von 17 auf 24 Prozent.

Nach dem von Statistik Austria verwendeten Kernfamilien-Konzept – es umfasst nur im selben Haushalt lebende Personen – leben in Österreich insgesamt etwa 2,4 Mio. Familien. Davon sind 930 Tausend bzw. 38,4 Prozent Ehepaare mit Kindern aller Altersstufen also traditionelle Familien im engeren Sinn. Niederösterreich liegt mit 38,5 Prozent dem österreichischen Durchschnitt sehr nahe.


Zum vollständigen Artikel von Thomas Fent "Familie im Wandel – von der Keimzelle der Gesellschaft zur Solidargemeinschaft" (.pdf)

Weiterführendes zum Thema

In den vergangenen Jahren haben sich elf LEADER-Regionen intensiv mit Themen wie Wanderungstendenzen, Arbeitskräftepotenzial, Standortattraktivität und Betriebsnachfolge auseinandergesetzt.

In enger Kooperation zwischen Regionsvertretern, externen Demografie-Experten und Betrieben wurden konkrete Daten und Fakten aufgearbeitet und wichtige Ansatzpunkte für die individuelle Weiterentwicklung der Regionen gefunden.

Die Ansätze sind vielfältig und werden in unterschiedlicher Weise in zukünftige Projekte einfließen. Nutzen Sie die Chance und holen Sie sich interessante Anregungen und Vorschläge aus Niederösterreichs Regionen!

DI Dr. Thomas Fent, Vienna Institute for Demography/ÖAW:

 
Ing. Alfred Luger, Bildungs- und Heimatwerk NÖ (BHW)

Mag. Bernhard Schröder, Donau Niederösterreich Tourismus GmbH

  • Interview (.pdf) mit Destinations-Geschäftsführer Mag. Bernhard Schröder, Donau Niederösterreich Tourismus GmbH
     

Marcus Linford, MA MITHM, con.os tourismus consulting gmbh:

Mag. Nina Sillipp und Josef Wallenberger, Wallenberger & Linhard Regionalberatung GmbH):

ecoplus, Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, Niederösterreich Werbung und Firma conos

 

Literaturtipps

  • "Ageing Society. Altern in der Stadt: Aktuelle Trends und ihre Bedeutung für die strategische Stadtentwicklung“, Edeltraud Hanappi-Egger, Peter Schnedlitz, Facultas Verlag, 770 Seiten, 2009, ISBN 978-3-7089-0357-6
  • "Unternehmensnachfolge im Tourismus - Grundlagen, Rahmenbedingungen, Modelle",
 Mag. Dr. Martin Schumacher MET, Mag. (FH) Manuela Wiesinger, Linde Verlag, 184 Seiten, 2014, ISBN 987-3-7073-3014-4
  • "Die Alterung der Gesellschaft: Ursachen und Folgen des demografischen Umbruchs", 
Peter Schimany, Campus Verlag; 521 Seiten, 2003, ISBN: 978-3-5933-724-64
  • "ÖSTERREICH, Zahlen. Daten. Fakten": Herausgeber Statistik Austria, 143 Seiten, 2017 (12. Auflage), ISBN 978-3-903106-28-4
  • "Weniger, bunter, älter: Den demografischen Wandel aktiv gestalten",
 Winfried Köster, OLZOG Verlag, 272 Seiten, 2011, ISBN 378-9-3-8359-2
  • "Das Methusalem-Komplott" Frank Schirrmacher Karl Blessing Verlag, 224 Seiten, München 2004, ISBN: 3-896-67225-8